Erfahrungsbericht Valley of Tumaini, Kenia / Freiwilligenarbeit in Kenia

Sandra über Freiwilligenarbeit in Kenia

Hallo liebe Deepertravel-Gemeinde…. mein Name ist Sandra, ich bin 35 Jahre und österreichische Staatsbürgerin… gerne gebe ich euch meine Erfahrungen über meine Freiwilligenarbeit in Kenia weiter.

Alles begann mit einem GEDANKEN, daraus wurde ein TRAUM, ich verfolgte mit allen „Wenn und Abers“ mein ZIEL und dann war ICH tatsächlich als Volunteer – in KENIA/AFRIKA! 

Meine Motivation für den Volunteer Aufenthalt

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Sandra mit Cindy

Schon lange hatte ich es irgendwie in mir, einmal in meinem Leben nach und in Afrika zu reisen und während meiner Zeit dort auch in einem Waisenhaus mitzuhelfen. Ende letzten Jahres habe ich dann alles auf eine Karte gesetzt und bin den Schritt (für mich ins Ungewisse) tatsächlich gegangen. Woher dieser Wunsch in mir kam, kann ich gar nicht so genau beschreiben: vielleicht ja weil ich ein Leben hier in Europa führen darf, wo ich so gut wie alles haben und realisieren kann, ich überall frei hin reisen kann und das auch getan habe und durch meine vielen Reisen auch die Lebensumstände vieler Mitmenschen mit eigenen Augen gesehen habe! Und es war mir immer ein Bedürfnis die Rechte der Kleinsten unter uns zu wahren und diese zu unterstützen.
Lange Zeit habe ich aber mit mir gehadert, was ICH denn wohl dazu beitragen kann, dass die Menschheit näher zusammenrückt und wir mehr auf uns gegenseitig Acht geben in einer Welt, in der, meiner Meinung nach, zu viel Egoismus und Korruption vorherrscht und die Aufteilung von Arm und Reich, Leben oder Sterben sehr ungerecht ist… Und dann wusste ich es: ICH kann MEINE Zeit und Aufmerksamkeit geben und ich kann zeigen, dass es MIR nicht egal ist, wie vieles so läuft…

Wie ich mein Volunteer Projekt gefunden habe

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Das Waisenhaus „Valley of Tumaini“ (Übersetzung: „Tal der Hoffnung“)

Im Internet habe ich dann lange gesucht und ganz viele Projekte gefunden, die mich mit Handkuss aufgenommen hätten, allerdings zu deren Bedingungen und das auch noch für viel Geld. Mittlerweile weiß ich, dass dies einfach nur spezialisierte Reiseagenturen sind, die die Volunteers mit einer sozialen Ader ausnutzen – momentan war ich echt orientierungslos. Sollte ich das tatsächlich machen? Wem bringt das dann wirklich etwas? Zum Glück habe ich dann aber durch viel Recherche im Internet das Projekt Valley of Tumaini in Kenia gefunden, gegründet von einem kenianischen Paar (Julie & Moses), welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, 20 Waisenkinder aufzunehmen und zu unterstützen. Ohne eine „Organisation“ dahinter und bereits nach den ersten schriftlichen Kontakten mit Julie wusste ich, da will ich hin, da bin ich richtig. Auch jetzt im Nachhinein, nachdem ich viele Wochen dort verbringen durfte, bin ich mir immer noch sicher und sehr dankbar, das richtige Projekt gefunden zu haben und mittlerweile bin ich Teil der großen Familie geworden.

Was mich meine Freiwilligenarbeit Kenia gekostet hat und wie ich mein Geld eingesetzt habe

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Ausflug in den Lake Nakuru Nationalpark

Gekostet hat mich der komplette Aufenthalt lediglich das, was ich für mich selber benötigt habe: Meine Unterkunft vor Ort, mein Essen (meist mit der Familie gemeinsam), meinen Flug, Impfungen, Versicherungen, sowie das Visum für Kenia. Jeder Euro mehr, den ich dann vor Ort für die Kids ausgegeben habe, war freiwillig und so wie ich glaube, auch sehr nachhaltig. Ich konnte durch meine Website www.sanyes.at so einiges an Geld sammeln und habe damit hauptsächlich das leider sehr hohe Schulgeld bezahlt, mit ihnen Ausflüge gemacht und ihnen Essen, Klamotten und Spielsachen gekauft und meiner Meinung nach das Wichtigste und für mich Schönste: mit ihnen Zeit verbracht und somit u.a. die gegenseitige Toleranz gefördert! Ich wollte, dass sie sehen und spüren, dass sie Freunde haben…. also eigentlich das, was ein jedes Kind auf der Welt verdient und eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Die Schattenseiten meines Volunteer Aufenthalts

Freiwilligenarbeit Kenia Basteln mit Kindern DeeperTravel

Selbst gemalt und als Foto mit einer selbst geschriebenen Karte versendet an die Sponsoren von www.sanyes.at

Dadurch, dass ich viel Zeit mit den Kids und mit den GründerInnen Julie & Moses (die von allen Mum & Dad genannt werden) verbringen konnte, sind mir natürlich auch die Schattenseiten aufgefallen; beispielsweise hatten manche der Kids sogar noch Eltern oder eine große Familie rund herum, aber es ist für manche der Familien einfacher und günstiger ihr eigenes Kind in einem Waisenhaus leben zu lassen. Oder man glaubt, nur weil man es ja so gut meint und eine Schulbildung finanziert, dass es auch dankbar angenommen wird. Dem ist aber nicht immer so und einer der älteren Jungs musste zum Beispiel das Waisenhaus verlassen, weil er nicht lernen, nicht mithelfen und eigentlich gar nichts wollte, außer Teenager zu sein. Nur weil wir den Gedanken in uns tragen, es muss doch was bringen, in einen (jungen) Menschen Zeit und Geld zu investieren, muss er/sie noch lange nicht das tun, was wir für richtig halten oder Zeit mit uns verbringen nur weil wir ja grad mal für eine kurze Zeit da sind. Jeder Mensch entscheidet immer noch selbst und das kann dann schon auch einmal zu Enttäuschungen führen. Ich habe gelernt, dass meine Sicht der Dinge nicht immer die Richtige ist und dass Mitleid den falschen Beweggrund darstellt. Jegliche Art der Erfahrung gehört dazu, das vermeintlich Negative und auch das vermeintlich Positive!

Was ich aus meinem Volunteer Aufenthalt gelernt habe

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„Mensch ärgere dich nicht“ mit der Spielesammlung aus meiner Kindheit

Es muss einem auch klar sein, dass sich auf so ein Projekt einzulassen auch bedeutet, sich selber zurückstellen zu können, sich auf ein einfaches Leben vor Ort einstellen zu können und dass man Bindungen zu vielen Menschen aufbaut, die man dann aber auch wieder verlassen muss. Ich bin auf jeden Fall daran gewachsen und konnte wieder einen Teil meiner Sichtweisen verändern und meinen Horizont erweitern. Klar, alleine ein Volunteer Projekt zu finden und zu organisieren, bedeutet noch mehr Mut, Courage und Zeit aufzubringen, als sich mit den bereits genannten organisierten Reiseagenturen für Freiwilligenarbeit einzulassen. Vor Ort in Kenia war ich definitiv auf mich alleine gestellt, aber mit keiner Sekunde bereue ich es, mir selber dieses Projekt gesucht und alleine durchgezogen zu haben und somit Teil einer guten Sache, einer tollen Familie und Teil einer ganzen Gemeinde geworden zu sein. Weiterhin will und werde ich meine sehr herzlichen und aufgeschlossenen Tumaini Kids unterstützen, ihren Weg verfolgen und sie auch alle wieder besuchen. Der Kontakt bleibt, da ich nicht eine von vielen war, sondern unter wenigen die eine bin, die sich auch nachhaltig mit den Jugendlichen beschäftigen wird.

Mehr über mein Projekt kann jede/r gerne auf meiner Website nachlesen: www.sanyes.at. Julie & Moses freuen sich immer, wenn eigenständige Volunteers Interesse an ihrem Projekt Valley of Tumaini haben. Sehr gerne stelle ich den Kontakt her: sanyes.at@hotmail.com

 

Steckbrief:

Name: Sandra Uebelhör
Alter: 35
Beruf: Vertriebsassistentin
Tätigkeit: Volunteer bei Valley of Tumaini in Kenia
Homebase: Salzburg, Österreich

 

Fotos: © Sandra Uebelhör

tiefer…länger…nachhaltiger

Von |2016-10-23T22:39:40+00:0025/09/2014|

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