Deepertravel – Volunteer Reise https://deepertravel.de Plattform Volunteer Reisen Sat, 21 Jul 2018 13:12:31 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.7 DeeperTravel goes Research: Studie zur österreichischen Freiwilligenarbeit im Ausland https://deepertravel.de/freiwilligenbericht/ https://deepertravel.de/freiwilligenbericht/#respond Sat, 21 Jul 2018 11:50:54 +0000 https://deepertravel.de/?p=4310 Wir beschäftigen uns bereits seit dem Jahr 2014 intensiv mit dem Thema Freiwilligenarbeit im Ausland und von Beginn an sind wir immer wieder mit den selben unbeantworteten Fragen konfrontiert: Wer ist die „typische“ Volunteer? Woher kommt er und wie alt ist sie? In welchen Bereichen ist sie tätig und welche Ausbildung bringt er mit? [...]

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Wir beschäftigen uns bereits seit dem Jahr 2014 intensiv mit dem Thema Freiwilligenarbeit im Ausland und von Beginn an sind wir immer wieder mit den selben unbeantworteten Fragen konfrontiert: Wer ist die „typische“ Volunteer? Woher kommt er und wie alt ist sie? In welchen Bereichen ist sie tätig und welche Ausbildung bringt er mit? In welchen Ländern engagiert sie sich und warum? Wie hat er sich den Aufenthalt organsiert und finanziert?

Stand der Forschung

In den letzten Jahren sind vor allem in anglo-amerikanischen Raum einige Forschungsarbeiten zum Thema Freiwilligenarbeit im Ausland entstanden. Ein Überblick über den aktuellen Stand der Forschung findet sich in unserem Artikel Voluntourismus: Globales Lernen, Nachhaltigkeit und Tourismus – Alles Inklusive? Eine Gemeinsamkeit vieler Studien ist ein starker Fokus auf die Motivation und die Erwartungen der Freiwilligen und ob bzw. wie diese im Einsatz erfüllt wurden. Obwohl die Ergebnisse solcher Studien einen großen Mehrwert für die Planung und Durchführung von Freiwilligenprogrammen in Hinblick auf die Volunteers darstellen, besteht die Gefahr, dass andere Bereiche, wie beispielsweise die Auswirkungen auf die Destinationen bzw. Bereisten oder die Rolle der Entsendeorganisationen, vernachlässigt werden. Darüber hinaus weisen qualitative Studien in der Regel eine kleine Anzahl an Befragten auf und sind daher nicht repräsentativ, d.h. für eine große Gruppe verallgemeinerbar. Für (politische) EntscheidungsträgerInnen und Entsendeorganisationen ist eine evidenzbasierte Politik allerdings nur auf Basis einer möglichst umfassenden Darstellung der derzeitigen Lage und der Zukunftsperspektiven der Freiwilligenarbeit im Ausland möglich.

Freiwilligenbericht für ÖsterreichNeben dem dominierenden Interesse an der Rolle der Freiwilligen schränkt die Fokussierung die institutionalisierten Entsendeorganisationen die Aussagekraft weiter ein. Beispielsweise führte das DEval Institut in Deutschland eine groß angelegte Studie über die Lernerfolge durch Freiwilligendienste durch und die Ergebnisse bestätigen größtenteils die Erwartungshaltungen, besonders hinsichtlich Global Citizenship Education. So steigt zum Beispiel die Bereitschaft für langfristiges zivilgesellschaftliches Engagement (im Heimatland), es kommt zu einem Erkenntnisgewinn über das Zielland, auf Peer-Gruppen wird Einfluss genommen und individuelle Kapazitäten und Fähigkeiten der Freiwilligen entwickeln sich. Allerdings wird laut der Studie ‚From Volunteering to Voluntourism’, die den Markt in Deutschland analysierte, davon ausgegangen, dass mehr als das Doppelte der Freiwilligeneinsätze nicht über von der öffentlichen Hand geförderte Institutionen, wie beispielsweise Weltwärts organisiert werden. Die ForscherInnen gehen davon aus, dass zwischen 15.000 und 25.000 deutsche StaatsbürgerInnen einen so genannten flexiblen Freiwilligeneinsatz bei privatwirtschaftlichen ReiseveranstalterInne buchen, währenddessen über die institutionalisierten Entsendeorganisationen im Jahr 2016 knapp 8.000 Freiwillige entsendet wurden (ca. 4000 davon durch Weltwärts).

Flexible Freiwilligeneinsätze werden oftmals leichtfertig verurteilt, was aufgrund der vielen Negativbeispiele (zum Beispiel Waisenhaustourismus in illegalen Waisenhäusern und Missbrauchsfälle) nachvollziehbar erscheint. Allerdings zeigte eine Analyse von 400 Datensätzen von ehemaligen VoluntouristInnen, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 7 Wochen liegt und das Klischee vom zweiwöchigen Kurzeinsatz im Waisenhaus mittlerweile überholt ist. Gleichzeitig ist es notwendig, privatwirtschaftliche AkteurInnen in die Diskussion um Zukunftsperspektiven und Qualitätskriterien der Freiwilligenarbeit im Ausland einzubinden um die Branche nachhaltig zu verändern.

Studien zur österreichischen Freiwilligenarbeit im Ausland

Es ist anzunehmen, dass sich diesbezüglich die Situation in Österreich der in Deutschland ähnelt. Über Freiwilligenarbeit im Inland liegt mit dem ‚Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des Freiwilligen Engagements in Österreich’ (2. Freiwilligenbericht) eine fundierte Studie vor. Über Freiwilligenarbeit im Ausland existiert für Österreich keine vergleichbare wissenschaftliche Studie. Die Beratungsstelle WeltWegWeiser führte 2016 und 2017 Erhebungen zur Freiwilligenarbeit im Ausland durch, allerdings umfassten diese Studien lediglich die Daten der KooperationspartnerInnen von WeltWegWeiser und sind deshalb nicht repräsentativ für die österreichische Gesamtsituation. Kleinere Initiativen und Vereine, die Freiwillige entsenden und AnbieterInnen der so genannten flexiblen Freiwilligenarbeit wurden bei dieser Erhebung nicht berücksichtigt. Auch wurde ausgeblendet, dass Freiwillige aus Österreich bei deutschen privatwirtschaftlichen AnbieterInnen buchen können.

Unsere Studie ‚Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des freiwilligen Engagements der ÖsterreicherInnen im Ausland’

Freiwilligenbericht OesterreichAn dieser Stelle setzt unser Forschungsvorhaben an. Das Ziel der Studie ist eine erste umfassende Darstellung der derzeitigen Lage (in Österreich) und der Zukunftsperspektiven der Freiwilligenarbeit im Ausland. Entsendeorganisationen, privatwirtschaftliche AnbieterInnen von flexibler Freiwilligenarbeit, an Freiwilligenarbeit Interessierte sowie politische EntscheidungsträgerInnen sollen mit der Studie einen fundierten Überblick über die aktuelle Bedeutung und den Stellenwert sowie über die Chancen und Herausforderungen der Freiwilligenarbeit im Ausland erhalten. Das Vorhaben stellt das erste seiner Art in Österreich dar und weist daher ein hohes wissenschaftliches, politisches und öffentliches Interesse auf. Außerdem soll durch den Freiwilligenbericht eine dauerhaft wirksame Maßnahme zur Absicherung des freiwilligen Engagements im Ausland der Österreicherinnen und Österreicherinnen geschaffen werden. Nicht zuletzt wollen wir mit der Untersuchung zur Qualitätssicherung beitragen.

Realisiert werden kann das Forschungsvorhaben durch eine Zuwendung aus dem Anerkennungsfonds für Freiwilliges Engagement des österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (kurz: Sozialministerium).

Freiwilligenbericht: Wir brauchen dich!

Wir werden auf unseren Social Media Kanälen regelmäßig über den Fortschritt unserer Studie berichten und damit das auch die Öffentlichkeit mitbekommt, brauchen wir deine Unterstützung: Wenn du unsere Posts teilst, kommentierst oder likst trägst du dazu bei, dass mehr Menschen von unserem Forschungsprojekt erfahren und in weiterer Folge die öffentliche Akzeptanz von Freiwilligenarbeit im Ausland gestärkt wird. Wir wollen darüber hinaus auch durch gezielte Medienarbeit auf den Freiwilligenbericht aufmerksam machen. Wenn du selber JournalistIn bist oder Kontakte in der Medienwelt hast, freuen wir uns über eine Nachricht!

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Wer hip sein will tut Gutes im Urlaub – aber bitte richtig! https://deepertravel.de/gutes-im-urlaub-tun/ https://deepertravel.de/gutes-im-urlaub-tun/#respond Tue, 19 Jun 2018 10:22:55 +0000 https://deepertravel.de/?p=4235 *Ein Gastbeitrag von Kerstin Dohnal (ECPAT Österreich) Endlich! Der Frühling ist da und der nächste Urlaub steht damit quasi auch schon vor der Tür. Wohin soll die Reise denn heuer gehen? Was sagen die Trends? Sonne, Strand und Meer? Ein aktiver Wanderurlaub in den Bergen? Oder doch lieber ein Yoga-Retreat in grüner Abgeschiedenheit? Obwohl, [...]

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*Ein Gastbeitrag von Kerstin Dohnal (ECPAT Österreich)

Endlich! Der Frühling ist da und der nächste Urlaub steht damit quasi auch schon vor der Tür. Wohin soll die Reise denn heuer gehen? Was sagen die Trends? Sonne, Strand und Meer? Ein aktiver Wanderurlaub in den Bergen? Oder doch lieber ein Yoga-Retreat in grüner Abgeschiedenheit? Obwohl, eigentlich wollte ich doch immer schon Projekterfahrung im Ausland sammeln. Da wäre ein Freiwilligeneinsatz in einer exotischen Destination mit anschließendem Badeurlaub doch genau das richtige, oder?

Gutes Tun im Urlaub?

So edel die Motivation für den Freiwilligeneinsatz im Urlaub auch sein mag, so gering ist oft das Bewusstsein der Volontär_innen gegenüber den negativen Auswirkungen, die der Freiwilligeneinsatz für Zwischendurch auf die Menschen im jeweiligen Projekt – insbesondere auf die Kinder – haben kann. Überhaupt ist es immer wieder erstaunlich, wie sehr das eurozentristische Helfersyndrom immer noch in den Köpfen der Menschen verankert ist, und wie verzerrt die Wahrnehmung der eigenen Kompetenz oft ist. Herkunft ist eben nicht gleich Kompetenz.

Viele Angebote suggerieren uns das Potenzial helfen zu können. In Wirklichkeit nehmen wir aber weit mehr von Freiwilligeneinsätzen mit, als wir jemals geben können. Daher sollte ein Freiwilligeneinsatz immer gut geplant sein, damit alle Beteiligte davon profitieren können.

Was kann ich also tun, wenn ich mich in meinem Urlaub sinnvoll in ein Projekt einbringen möchte?

Zunächst einmal sollte man sich die Frage stellen, welche Fähigkeiten und Ressourcen man selbst einbringen kann, und sich dann ein konkretes Projekt gezielt aussuchen. Dabei ist es wichtig, den Anbietern direkt und ganz konkret Fragen zu stellen. Denn die Unternehmen sind gefordert bei der Auswahl ihrer Projekte darauf zu achten, dass Kinderschutz-Standards wie The Code umgesetzt werden. Das hilft den Unternehmen aber auch den Freiwilligen dabei, gute von weniger guten Projekten zu unterscheiden.

Organisationen wie ECPAT und Tourism Watch arbeiten daran, dass Unternehmen und Informationsstellen die notwendigen Daten und Informationen zur Verfügung haben sowie über ein entsprechendes Problembewusstsein verfügen, um umfassend und konkret über Themen wie Kinderschutz informieren und aufklären zu können.

ITB Berlin Kinderschutz

ITB Berlin Kinderschutz

Bewusstsein zu schaffen für die Wichtigkeit des Kinderschutzes im Voluntourismus und die Gefahren, denen Kinder in diesem Zusammenhang ausgesetzt sind, war auch das Ziel der Podiumsdiskussion auf der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse ITB im März in Berlin. Unter dem Titel „Volontourismus – Wie lassen sich Kinder in touristischen Zielgebieten besser schützen?“ diskutierten internationale Expert_innen zum Thema. Dabei wurde deutlich, dass Reisende ebenso wie Veranstalter beste Absichten haben und bemüht sind, verantwortungsvoll zu handeln. Das zeigte auch das Interesse an den von ECPAT Deutschland koordinierten Veranstaltungen zum Thema Kinderschutz.

Österreich zählt mit über 40 Prozent Freiwilligen zu den europäischen Spitzenreitern. Nach Angaben des Österreichischen Sozialministeriums sind rund 46% der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren in irgendeiner Form freiwillig tätig. Davon sind rund 49 % Männer und rund 42 % Frauen. Alleine damit hat Österreich großes Potential im Bereich der Freiwilligenarbeit.

Grundsätzlich muss klar gesagt werden, dass Freiwilligeneinsätze im Nord-Südkontext eine Möglichkeit sind, zum Verständnis zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen oder interkulturellem Lernen beizutragen. Die Idee, dass Themen, die man aus den Medien oder Kampagnen von NGOs kennt, selbst erlebbar werden und somit dazu beitragen, dass man die Situation der Menschen vor Ort besser versteht, ist grundsätzlich zu begrüßen. Zudem können Freiwilligeneinsätze zum globalen Verständnis beitragen, Solidarität fördern und für ehrenamtliches Engagement über den Einsatz hinaus fördern. Allerdings werden keineswegs alle Freiwilligeneinsätze diesen Ansprüchen gerecht. Unsere Erfahrung zeigt, dass bei der Einhaltung von Standards, die Wahrscheinlichkeit höher ist, diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

DeeperTravel_ECPAT_KinderschutzDaher freuen wir uns bei ECPAT Österreich über die Initiative von Jugend Eine Welt und der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, aus der Projekte entstanden sind, welche die Orientierung hinsichtlich der Auswahl der geeigneten Programme sowie insbesondere die damit verbundenen Qualitätsstandards erleichtern sollen.

Im Rahmen eines von der österreichischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit Austrian Development Agency geförderten ECPAT-Projektes ‚Kinderschutz im Reisegepäck? – Kinderschutzstandards für Freiwilligeneinsätze im Ausland‘, ist es in den letzten beiden Jahren gelungen, Bewusstsein und Sensibilität für Kinderschutz im nicht kommerziellen Segment der Freiwilligeneinsätze in Österreich zu schaffen.

Darüber hinaus wurde ein Trainingshandbuch zur Thematisierung von Kinderrechten und Kinderschutz in der Vorbereitung von Freiwilligen entwickelt das Orientierung bietet und die Vorbereitung wesentlich erleichtert.

Aufbauend auf aktuellen Analysen und Ergebnissen wurden nun für ein Folgeprojekt Projekt im kommerziellen Sektor österreichische wie auch deutsche, in Österreich operierende Anbieter von Freiwilligenangeboten ausgewählt, die dem Kinderschutzkodex beitreten sollen. Es gibt nämlich durchaus Anbieter, die gerne auf Qualität setzen möchten, aber bislang noch nicht das geeignete Tool zur Verfügung hatten. Voluntourismus-Angebote werden auch von den gängigen Nachhaltigkeitszertifizierungen derzeit noch nicht erfasst. Darum ist der Kinderschutzkodex besonders interessant für diese Anbieter – natürlich abgesehen davon, dass auch immer mehr Freiwillige die Projekte für die sie arbeiten möchten und deren Anbieter gezielt aussuchen.

Eine spannende, neue Entwicklung gibt es auch beim Internationalen Kinderschutzkodex: Ab 2018 müssen alle Reiseveranstalter, die Freiwilligen-Angebote inkludieren, eine „Voluntourismus-Policy“ annehmen und umsetzen. Jene Anbieter, die bereits Schritte Richtung Qualitätsstandards gesetzt haben, werden wir als erstes ansprechen, um sie als Vorbilder gewinnen zu können.

Die Impulsvorträge von Antje Monshausen (Geschäftsführerin von Tourism Watch, Brot für die Welt) und Anita Dodds (Menschenrechtskonsulentin für Südostasien) machten bei der Prodiumsdiskussion auf der ITB mit klaren Fakten, die das Publikum spürbar bewegten, die Dringlichkeit von Kinderschutz im Tourismus deutlich. Klar wurde dabei allerdings auch, dass oft noch Orientierungslosigkeit herrscht, wie man sich dem Thema der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus annähern kann und soll. Es wird also auch weiterhin ein essenzieller Teil der Arbeit von ECPAT sein, Aufklärungsarbeit an allen Fronten zu leisten, sowie Vorurteile und Scham abzubauen. Kinderschutzrichtlinien sind nämlich keineswegs als Instrument zur Verurteilung von Betrieben gedacht, sondern ganz im Gegenteil, als Unterstützung auf dem Weg zu verantwortungsvollem Handeln auf allen Ebenen. Wir freuen uns darauf möglichst viele dabei begleiten zu dürfen.

Die ganze Diskussion der ITB gibt es hier zum Nachsehen: https://youtu.be/cq_1sGZ_hLo

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Zwei Jahre Förderung durch die Austrian Development Agency – ein Fazit https://deepertravel.de/foerderung-verein-deepertravel/ https://deepertravel.de/foerderung-verein-deepertravel/#respond Mon, 14 May 2018 17:35:27 +0000 https://deepertravel.de/?p=4215 Wie schnell zwei Jahre vergehen können... Wir haben gerade den Abschlussbericht für das von der Austrian Development Agency geförderte Projekt ’Plattform Volunteer Reisen’ fertiggestellt und halten es deshalb auch für angebracht, ein paar Einblicke in die Abwicklung eines derartigen Projektes zu geben. Die ADA ist in Österreich die Agentur, welche öffentliche Mittel im Bereich [...]

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Wie schnell zwei Jahre vergehen können… Wir haben gerade den Abschlussbericht für das von der Austrian Development Agency geförderte Projekt ’Plattform Volunteer Reisen’ fertiggestellt und halten es deshalb auch für angebracht, ein paar Einblicke in die Abwicklung eines derartigen Projektes zu geben.

Die ADA ist in Österreich die Agentur, welche öffentliche Mittel im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit verwaltet und an Projekte vergibt. Ungefähr 5% der Gelder, die das österreichische Außenministerium der Entwicklungszusammenarbeit zuordnet, fallen unter die Kategorie ‚Projekte‘ (2016).

mitmachenGenaue Daten und Zahlen kann man auf der Website der Agentur nachlesen. Dort sind auch die Projekte, die finanziell unterstützt werden, aufgelistet und mit einer Kurzbeschreibung versehen. Der Hintergrund dieser Förderungen ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken. Gefördert werden einerseits Projekte im Ausland, also Entwicklungszusammenarbeit bzw. Entsendeorganisationen, die Fachkräfte ins Ausland vermitteln (ehemals EntwicklungshelferInnen genannt) und andererseits Projekte in Österreich, die entwicklungspolitische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Hier zählen wir uns dazu.

Wie kommt man nun zu einer Förderung? Ähnlich wie in der Wissenschaft gibt es Ausschreibungen und Calls mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und man kann einen Antrag auf Förderung eines Projektvorhabens einreichen. Klingt einfach? Nun ja, der Schein trügt. Jeder Projektantrag muss gewisse Qualitätskriterien beinhalten und gut durchdacht sein. Erstens hat die Qualität natürlich (auch) Einfluss darauf, ob ein Projekt gefördert wird, zweitens ist eine gute Planung für den Erfolg maßgeblich mitverantwortlich.

So steht zu Beginn eine Idee für ein Projekt und um diese greifbarer zu machen, heißt es, sich ein paar Fragen zu stellen:

  • Welche Ziele sollen erreicht werden?
  • Welche Ergebnisse will man in welcher Zeit vorweisen können?
  • Welche Aktivitäten sind dafür notwendig, wer führt diese Aktivitäten aus und was kostet das?

Die Ziele, die man erreichen möchte, sollen nicht nur realistisch sein, sondern auch messbar und greifbar. Die Zielgruppe soll bekannt und gut eingrenzbar sein. Wie will man Erfolge oder Misserfolge messen, wie kann man bei Problemen gegensteuern?

Spätestens bei diesen Fragen beginnt der Kopf zu qualmen und eine schwammige Projektidee kann sich entweder verflüssigen oder wird zu einem konkreten Fahrplan.

In unserem Fall war das Projektziel der ‚Plattform Volunteer Reisen’ Interessierten an Freiwilligenarbeit im Ausland Informationen bereit zu stellen.

Die drei konkreten Ziele des Projekts:

Ziel 1: Gut vorbereitete und kritisch reflektierende österreichische Volunteer Reisende. Menschen, die als Freiwillige vereisen, verfügen über ein umfangreiches Wissen über globale Zusammenhänge und ein gestärktes Bewusstseins für die durch den globalen Tourismus hervorgerufenen ökologischen, ökonomischen, sozialen und technologischen Chancen und Herausforderungen.

Training_DeeperTravel

Ziel 2: Vernetzung und Kooperation mit den wichtigsten AkteurInnen in Österreich, die im Bereich Globales Lernen für Reisende tätig sind (Bildungsinstitutionen, Entsendeorganisationen, Vereine).

Ziel 3: Vernetzung und Wissenstransfer zwischen ehemaligen und angehenden österreichischen Volunteer Reisenden.

Ob die Ziele erreicht wurden, wird dann je nachdem qualitativ oder quanitativ erhoben. In unserem Fall war die Erhebung der NutzerInnenzahlen auf der Website und denn Social Media Kanälen natürlich wichtig. Zusätzlich waren unsere Workshops und Veranstaltungen wichtige Parameter.

Unser Fazit – was haben wir erreicht?

Wir haben auf ein Informationsdefizit zeitgemäß reagiert, die Plattform erweitert und suchmaschinenoptimiert. Social Media Marketing und natürlich auch klassische Pressearbeit waren ein integraler Bestandteil des Projektes.

Ebook FAIRreisen

Alle unsere im Projektantrag formulierten Zielsetzungen haben wir erreicht. Die LeserInnenschaft der ‚Plattform Volunteer Reisen’ ist langsam aber stetig gewachsen. Freiwilligenarbeit im Ausland und zivilgesellschaftliches Engagement sind wichtiger denn je und DeeperTravel hat einen Beitrag dazu geleistet, ein Nischenthema öffentlich sichtbarer zu machen.

Ein anderes Ziel war es, zur Vernetzung der AkteurInnen beizutragen und die Sichtbarkeit von österreichischen Entsendeorganisationen und anderen NROs, die sich mit dem Thema befassen, online zu erhöhen. Dies wurde einerseits mit Publikationen (Interviews, Gastbeiträgen, Erfahrungsberichten) realisiert, andererseits durch Wissensvermittlung in Workshops zu den Themen Social Media und SEO für Nichtregierungs- und Entsendeorganisationen.

Besondere Meilensteine waren die Publikation ‚FAIRreisen statt verreisen – Nachhaltig unterwegs als Volunteer’, die Herausgabe eines Sonderheftes der Zeitschrift Sustainable Austria zum Thema ‚Volunteer-Reisen: Bildung durch Freiwilligenarbeit?‘ und die Erstellung der Broschüre ‚Faire Freiwilligenarbeit im Ausland – Kinderschutz im Reisegepäck’.

Was ist nicht so gut gelaufen?

– Bürokratie, Buchhaltung und Lohnverrechnung: Den hierfür notwendigen Aufwand, sowohl finanziell als auch zeitlich, haben wir eindeutig unterschätzt.

– Die Trennung von Infoplattform und Blog. Eine gewisse Selbstzensur hat stattgefunden und die Auswahl der Themen war eindeutig mehr im Sinne des Projektes ‚Plattform Volunteer Reisen‘ als DeeperTravel.

– Die ständige Änderungen der Algorythmen von Social Media Kanälen, vor allem Facebook, kann einem die Lust auf Social Media Marketing verderben.

Hinter all den Tätigkeiten steht der Verein DeeperTravel mit einer ständig wachsenden Mitgliederzahl. Wollt ihr mehr wissen oder euch bei DeeperTravel engagieren? Wir freuen uns über neue Mitglieder im Verein

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Der weiße Retter – Teil 2 https://deepertravel.de/stereotyp-rassismus/ https://deepertravel.de/stereotyp-rassismus/#comments Fri, 23 Mar 2018 23:42:59 +0000 https://deepertravel.de/?p=4203 Was hat Volunteer Reisen mit Stereotypen und mit Rassismus zu tun? Im ersten Teil über den weißen Retter haben wir uns ernsthaft mit dem Thema befasst. Im zweiten Teil der Serie Rassismus & Volunteering werde ich eine kleine (nicht allzu ernst gemeinte) Kategorisierung der weißen Retter* versuchen: Der Pragmatische: Humanitarians of Tinder Mit seinem [...]

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Was hat Volunteer Reisen mit Stereotypen und mit Rassismus zu tun? Im ersten Teil über den weißen Retter haben wir uns ernsthaft mit dem Thema befasst. Im zweiten Teil der Serie Rassismus & Volunteering werde ich eine kleine (nicht allzu ernst gemeinte) Kategorisierung der weißen Retter* versuchen:

Der Pragmatische: Humanitarians of Tinder

Mit seinem humanistischen Ansatz sind Matches garantiert. Er zeigt mit seinem Tinder-Foto nicht nur sein tolles Aussehen, man erkennt auf den ersten Blick auch seine soziale Ader. (HoT ist übrigens dem Internet gestohlen).

Der Influencer/Instagrammer: Ayy big Spender

Beim Influencer geht es nicht immer nur um Autos, Fluglinien, Fashion, irgendeinen Brand oder um IHN… nein, manchmal geht es um die ‚Cause’, er hat ein weiches Herz und spendet 10% des Betrages, den er dem Finanzamt schuldig wäre, wenn er denn Steuern zahlen würde, an ein (von ihm) auserwähltes Projekt.

Der Profi: Gestalter von Fundraising Kampagnen

Er weiß genau was zieht, seit den 1980ern setzt er auf Tod, Krankheit und Verderben. Die Menschen in seinen Videos oder aus seinen Plakaten leiden sichtbar und sie sollen aufrütteln. Vor allem sollen sie den Geldbeutel möglicher SpenderInnen öffnen, damit das Budget für die nächste Kampagne noch größer wird (eventuell geht sich danach eine kleine Safari aus).

Der Künstler: Wir brauchen mehr Songs für Afrika

„Do they know it’s Christmastime at all?“ fragen sich Bob Geldof und andere schon seit den 1980ern. Auf dieses Trittbrett des Grauens sind seither (zu) viele aufgesprungen, und haben Abermillionen verdient. Die Motive waren ganz sicher rein altruistisch.

Der Voluntourist und der Voluntourismus-Anbieter: Mach einen Unterschied!

Nur mal kurz die Welt retten und dazu in ein armes Land jetten. Mit der dicken Geldtasche bist auch du dabei und den Eintrag in den Lebenslauf gibt es gratis mit dazu. Los – buche noch heute dein Last Minute Angebot und hol dir 10% Rabatt!

Der bessere Volunteer: WIR sind die Guten

Der bessere Volunteer hat viiiel mehr Zeit zur Verfügung, die Arbeit kann ja warten. Er engagiert sich ein ganzes volles Jahr im Ausland und wird sogar von einer richtigen Nichtregierungsorganisation (manchmal sogar einer kirchlichen!) entsendet. Mit stolz geschwellter Brust blickt er auf die Kurzzeit-Freiwilligen herab, denn einzig die Mission und die Länge zählt!

Der wandelnde erhobene Zeigefinger: Ich bilde also bin ich!

Der wandelnde erhobene Zeigefinger findet in jeder Publikation, und sei es nur ein Insta-Post, eine aufreibende politische Unkorrektheit, er wittert Schlechtmenschen 100 Meter gegen den Wind. Streng bis hin zur Selbstzensur geht er seiner Umgebung mit seinem Besserwissen gehörig auf die Nerven.

 

* Das generische Maskulinum ist totale Absicht und es darf sich jede Person angesprochen fühlen, oder auch nicht.

 

Haben wir jemanden vergessen – dann schick uns eine Brieftaube! Und du? Bekennst du dich auch schuldig? 

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Tipps zum klimaschonenden Reisen anlässlich der WWF EARTH HOUR 2018 https://deepertravel.de/earth-hour-2018/ https://deepertravel.de/earth-hour-2018/#comments Wed, 21 Mar 2018 02:27:17 +0000 https://deepertravel.de/?p=4188 In unserer vierteiligen Serie zum ‚Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung’ (#IY2017) haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob nachhaltiger Tourismus möglich sein kann. Wir haben dabei versucht zu zeigen, dass dies nur unter Berücksichtigung aller gesellschaftlichen Bereiche ermöglicht werden kann. Dafür haben wir nachhaltiges Reisen auf drei Ebene verortet: Ökonomische [...]

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In unserer vierteiligen Serie zum ‚Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung’ (#IY2017) haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob nachhaltiger Tourismus möglich sein kann. Wir haben dabei versucht zu zeigen, dass dies nur unter Berücksichtigung aller gesellschaftlichen Bereiche ermöglicht werden kann. Dafür haben wir nachhaltiges Reisen auf drei Ebene verortet:

  • Ökonomische Ebene: Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung, Kampf gegen schlechte Arbeitsbedingungen
  • Sozio-kulturelle Ebene: Respekt vor und Verständnis für traditionelle Werte und kulturelle Eigenheiten, globales Denken und interkulturelle Verständigung
  • Ökologische Ebene: Reduktion von Schadstoffen, Umweltschutz und Ressourcenschonung zur Erhaltung von globaler Biodiversität (Vielfalt)

In der Beitragsserie haben wir alle drei Ebenen spezifisch in Bezug auf den Tourismus durchleuchtet sowie praktische Tipps, wie man im Reisealltag einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann, gegeben.

Die heurige WWF EARTH HOUR am 24. März um 20:30 wollen wir zum Anlass nehmen, um uns die ökologische Ebene in Hinblick auf den Klimaschutz noch einmal genauer anzuschauen. Dies erscheint uns umso drängender, da die letzten drei Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen waren.

Heute liegt die mittlere globale Temperatur um mehr als 1 °C über dem vorindustriellen Niveau mit der Folge, dass Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen, aber auch die Verbreitung von Krankheiten im Zuge einer Verschiebung der Temperaturzonen vermehrt auftreten. Welche gravierenden Auswirkungen das Abschmelzen der Gletscher und Pole auf unseren Planeten haben werden, kann man zum jetzigen Zeitpunkt lediglich erahnen. Der globale Massentourismus mit seinem enormen Ressourcenhunger einerseits und dem gewaltigen CO2-Ausstoß andererseits trägt erheblich zu dieser Entwicklung bei.

Earth Hour Gletscherschmelze Steve Morello WWF

Quelle: Steve Morello WWF

Was ist die WWF EARTH HOUR?

Im Jahr 2007 wurde im australischen Sydney zum ersten Mal das Licht im Zeichen des Klimaschutzes für eine Stunde abgeschaltet. Innerhalb nur eines Jahrzehnts wurde daraus die weltweit größte Klimaschutzaktion. 2017 erreichte die EARTH HOUR bereits hunderte Millionen Menschen in mehr als 7.000 Städten und Gemeinden. Dabei wurden über 12.000 berühmte Gebäude und Monumente in 187 Ländern in Dunkelheit getaucht.

Earth Hour Tony Rakoto WWF Madagascar

Quelle: Tony Rakoto WWF Madagascar

Auch in diesem Jahr werden in unzähligen Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Gebäuden, aber auch in privaten Haushalten rund um den Globus die Lichter ausgehen. Zu den bekanntesten Bauwerken gehören die Pyramiden von Gizeh, der Eiffelturm in Paris oder auch das Empire State Building in New York City. So unterschiedlich die Gebäude auch sein mögen, alle eint das gemeinsame Ziel, Aufmerksamkeit für die Notwendigkeit des Klimaschutzes zu schaffen.

Earth Hour ESANASA

Quelle: ESANASA

Die WWF EARTH HOUR in Österreich

Auch Österreich beteiligt sich von Anfang an an der EARTH HOUR. Im Jahr 2017 wurde es in insgesamt 52 Städte und Gemeinden im Namen des Klimaschutzes für eine Stunde dunkel. Auch dieses Jahr werden die Lichter vieler bekannter Wahrzeichen in allen neun Landeshauptstädten abgedreht. Eine Übersicht der teilnehmenden Orte und Sehenswürdigkeiten findet sich hier.

Klimaschutz und Reisen

Kampagnen wie die WWF EARTH HOUR sind unverzichtbar, wenn es darum geht, ein globales Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen. In weiterer Folge soll es aber vor allem darum gehen, diese Sensibilisierung in allen Lebensbereichen langfristig zu verankern. Gerade das Reisen bietet dazu sehr viele Ansatzpunkte: von der Art sich zu ernähren, über den Umgang mit Müll bis hin zur Wahl des Transportmittels. Im Folgenden haben wir einige einfache Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, klimafreundlicher unterwegs zu sein.

Ernährung unterwegs

Laut WWF verursachen Fleisch- und Milchprodukte rund zwei Drittel der nahrungsmittelbedingten Treibhausgasemissionen. Parallel dazu sind 90% aller Fischbestände bis an die Grenzen befischt oder sogar überfischt. Der unter dem Gesundheitsaspekt oft vertretene Standpunkt, man solle auf Fleisch zugunsten von Fisch verzichten, ist in Hinblick auf den Klimaschutz also kontraproduktiv. Glücklicherweise gibt es aber unzählige, äußerst wohlschmeckende Alternativen. Speziell in den Tropen ist Obst eine naheliegende Alternative. In nördlichen Breiten bieten sich Gerichte auf Basis von Gemüse und Getreide an.

Tipp: Gemüse, Obst und Getreideprodukte statt Fleisch, Milchprodukte und Fisch.

Earth Hour Ernährung

In unserer globalisierten Welt gibt es im nicaraguanischen Supermarkt Nutella und den Rum Flor de Caña in Österreich zu kaufen. Neben den enormen Emissionen, die der Transport dieser Waren rund um den Globus verursacht, stellt sich auch die Frage, ob man wirklich tausende Kilometer reisen muss, um dann die Produkte aus der Heimat zu konsumieren. Eine Kultur wird im speziellen Maße auch durch ihre Küche definiert und landesspezifische Gerichte und Getränke sind eine sehr gute Möglichkeit, eine Kultur kennenzulernen.

Tipp: Regionale und saisonale Lebensmittel konsumieren.

Earth Hour Gallo Pinto

Umgang mit Müll unterwegs

It’s a plastic planet – egal welchen Alltagsgegenstand man in die Hand nimmt, die Chancen stehen gut, dass zumindest Teile davon aus Plastik sind. Sowohl zuhause als auch auf Reisen wird man individuell nicht viel dagegen tun können. Sehr wohl kann man aber gegen die immer noch allgegenwärtigen Plastiksackerl (Plastiktüten) und Plastikflaschen etwas tun!

Tipp: Wiederverwendbare Trinkflaschen und Mehrwegtragetaschen statt Einwegsackerl und Plastikflaschen verwenden.

Earth Hour Verpackung

Wenn Bioabfälle, Aludosen, Altpapier und Kunststoffe richtig entsorgt werden, stellen sie die Basis für wertvolle Rohstoffe dar. Dies gilt ebenso auf Reisen. Auch in den so genannten Entwicklungsländern wird der Wert dieser Rohstoffe zusehends erkannt und es gibt immer mehr Möglichkeiten, diese Abfälle gesondert abzugeben. Das mag in manchen Ländern um einiges mühsamer und aufwändiger als in Europa sein – wenn man aber wirklich nachhaltig reisen möchte, geht kein Weg am Recycling vorbei.

Tipp: Die meisten Gegenstände haben ein zweites Leben – unbedingt recyceln!

Earth Hour Recycling

Alltag unterwegs

Schon bei der Wahl einer Unterkunft kann man gezielt auf den Klimaschutz achten. Das Vorhandensein eines Umweltzeichens ist auf jeden Fall eine gute Entscheidungshilfe. Aber auch Informationen auf der Website der Unterkunft können Aufschluss über ein vorhandenes Umweltbewusstsein des Betriebes geben. Vor allem ist aber jede Reisende individuell gefordert: Braucht man die Klimaanlage wirklich unbedingt zum Schlafen? Muss man tatsächlich dreimal am Tag duschen? Und muss eine Limo zwingend halb gefroren sein?

Tipp: Umweltbewusste AnbieterInnen wählen und ressourcenschonend handeln (beispielsweise bei Strom- und Wasserverbrauch).

Earth Hour Adam Oswell WWF

Quelle: Adam Oswell WWF

Egal ob auf Märkten, öffentlichen Plätzen oder auf Bahnhöfen, Souvenirs sind allgegenwärtig. Für viele Menschen ist der Kauf von Mitbringseln ein unverzichtbarer Bestandteil einer Reise. Große Vorsicht ist allerding bei den Materialien geboten: Der Erwerb von Souvenirs aus Muscheln, Knochen, Leder, etc. fördert illegale Geschäfte und die Ausrottung seltener Arten.

Tipp: Check your Souvenir: Krokodillederhandtasche, Korallenkette oder Elfenbeinschachfiguren im Gepäck?

Ganz Zentralamerika in zwei Wochen entdecken? Ein schneller Shopping-Trip nach Mailand? Oder doch einen Freund über ein verlängertes Wochenende in Boston besuchen? Die viel zu billigen Flugtickets in Kombination mit einem allgemein veränderten Verhältnis zu Nähe und Distanz führen oft zu einem entgrenzten Reiseverhalten. Zweifellos ist es um einiges bequemer (und mittlerweile kaum teurer) in sehr kurzer Zeit in einem Flugzeug von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu fliegen anstatt stundenlang in einem langsamen, überfüllten Bus zu reisen. Allerdings ist dieser Luxus teuer erkauft: Die ersparte Zeit geht in Form von Energieverbrauch und Emissionen mit all den bereits skizzierten Folgen auf Kosten unseres Planten. Warum man darüber hinaus mit einem ‚Hop-On, Hop-Off Reisestil’ eine Kultur nicht kennenlernen kann und weitere Tipps für sanftes und tiefes Reisen, haben wir hier zusammengestellt.

Tipp: Langsames Reisen und alternative Transportmöglichkeiten (Bahn, Schiff, Bus) nutzen.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem WWF Österreich entstanden. Einige Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung des WWF Österreich verwendet.

Wie bist du klimafreundlich unterwegs? Wir freuen uns auf deine Tipps in den Kommentaren!

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Der weiße Retter – Was hat Volunteer Reisen mit Stereotypen und mit Rassismus zu tun? https://deepertravel.de/stereotypen/ https://deepertravel.de/stereotypen/#comments Mon, 19 Feb 2018 21:30:52 +0000 https://deepertravel.de/?p=4166 Sagst du 'Nein zu Stereotypen'? Denkst du, du bist frei von rassistischen und/oder neokolonialen Vorurteilen? Du bist weit und viel gereist, in fremde Kulturen eingetaucht, bist unterwegs freundlich und zuvorkommend. Du diskriminierst niemanden und du wünscht dir, dass die gleichen Rechte für alle gelten. An deinen Freiwilligeneinsatz gehst du gut vorbereitet heran, du beherrscht [...]

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Sagst du ‚Nein zu Stereotypen‘? Denkst du, du bist frei von rassistischen und/oder neokolonialen Vorurteilen? Du bist weit und viel gereist, in fremde Kulturen eingetaucht, bist unterwegs freundlich und zuvorkommend. Du diskriminierst niemanden und du wünscht dir, dass die gleichen Rechte für alle gelten. An deinen Freiwilligeneinsatz gehst du gut vorbereitet heran, du beherrscht die Grundlagen der Sprache im Einsatzland, weißt über die historischen Hintergründe und kulturelle Dos und Dont’s Bescheid…

Doch die Stolperfallen lauern überall

Während sich der interkulturelle Austausch auf Reisen meist auf den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Geld beschränkt, kommt man bei einem Freiwilligeneinsatz auch im alltäglichen Arbeitsumfeld zusammen. Bei Einsätzen in Bildungseinrichtungen noch zusätzlich mit neuen und vielleicht fremden Lehrmethoden. Eine gewisse Überforderung ist, wie vermutlich bei jedem neuen Job, vorprogrammiert. In diesem Beitrag versuche ich eine Kategorisierung der Stolperfallen und gebe ein paar Fragen zur Selbstreflektion mit.

Die Eurozentrismus-Falle – ich vergleiche also bin ich

Eine Welt

Um uns in einem neuen Umfeld besser zurecht zu finden, hilft es uns, Dinge zu vergleichen. Als Maßstab wird das Bekannte herangezogen, zum Beispiel die eigene Familie, die Erfahrungen in der Schule oder in der Arbeitsstelle. Doch warum sollte man davon ausgehen, dass die Herangehensweise in Mitteleuropa „besser“ als anderswo wäre, ein Vergleich sollte wertfrei geschehen.

Frage: Was kannst du bei einem Einsatz wirklich lernen und was kannst du danach im Alltag umsetzen?

Wer oder was ist hier fremd – das ICH und das ANDERE

Das so genannte Othering beschreibt einen internen Prozess, der uns dazu bringt eher auf Unterschiede als auf Gemeinsamkeiten zu achten. Das beginnt auf der persönlichen Ebene und setzt sich in allen Bereichen fort.

Frage: Kann man sich auch an einem Tisch mit SchulkollegInnen im Heimatland fremd fühlen, und wenn ja, warum?

Meins, meins, meins – Die große Angst vor dem Diebstahl oder der Abzocke

Finanzierung FreiwilligenarbeitNatürlich gibt es Orte, an denen es eine höhere Kriminalitätsrate gibt wie an anderen. Generell ist die Geldbörse in der Hosentasche in Ballungszentren auf der ganzen Welt nicht besonders sicher. Menschen die weniger besitzen als potenzielle Diebe vorzuverurteilen ist diskriminierend.

Frage: Würdest du einer Person die offensichtlich mehr als du besitzt, etwas klauen, wenn ja, warum?

Mein sensibler Magen – Die große Angst vor der Krankheit

Cook it – peel it – or leave it! Die meisten von uns hat es unterwegs schon einmal ‚erwischt’. Die meisten Magenverstimmungen sind harmlos und hängen oft auch mit der Veränderung der Gesamtsituation zusammen. Die Menschen an deinem Einsatzort haben auch einen Magen und würden von kontaminierten Eiswürfeln genauso krank werden wie du, also entspanne dich.

Frage: Hattest du in deinem Heimatland schon einmal einen ‚schlechten Magen’ und weißt du genau, was der Auslöser war?

Ihr Kinderlein kommet – Kinderaugen zum Lachen bringen

Erfahrungen_Freiwilligenarbeit_KinderschutzKinder, egal welcher Hautfarbe, sind entweder süß oder nervig, oder beides oder abwechselnd. Kinder sind auf gar keinen Fall Touristenattraktionen, oder besonders dankbar und anhänglich, weil sie eine dunklere Hautfarbe haben oder aus schlimmen Verhältnissen kommen. Wenn du „schon immer einmal etwas mit Kindern“ machen wolltest, dann beginne BITTE eine Ausbildung als Pädagogin oder Pädagoge. Alles andere ist neben rassistisch auch noch gefährlich und meist schädlich für diese Kinder.

Frage: Wie viele TouristInnen arbeiten in deinem Kindergarten/an deiner Schule im Heimatort? Keine? Warum ist das so?

Wer anderen einen Brunnen gräbt – Ich spiele mal den Entwicklungshelfer

Zu denken, ohne dementsprechende Ausbildung Infrastruktur, Bildung, Dienstleistungen oder was auch immer in ein Land des globalen Südens bringen zu können, ist ganz schön überheblich und neo-kolonialistisch. Kennst du die Brunnenbroschüre? Die AutorInnen setzen sich mit kolonialistischen Gedankengut und Rassismen in der Entwicklungszusammenarbeit kritisch auseinander. Das Heft trägt den Titel „Wer anderen einen Brunnen gräbt“.

Frage: Wie viel Anleitung benötigst du, um beispielsweise eine Mauer zu errichten? Denkst du, dass du einer Fachkraft eine große Hilfe sein kannst, oder ist es umgekehrt?

Unter Ressourcen findest du viele Literaturhinweise zum Thema. Im zweiten Teil dieses Blogposts werde ich einige Paradebeispiele von weißen RetterInnen vorstellen – stay tuned!

Was denkst du, hat Volunteer Reisen mit Rassismus zu tun? Gibt es noch weitere Stolperfallen?

 

tiefer…länger…nachhaltiger

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Top bewertete Organisationen für Freiwilligenarbeit: Eine Flop-Liste https://deepertravel.de/freiwilligenarbeit-erfahrungen/ https://deepertravel.de/freiwilligenarbeit-erfahrungen/#respond Wed, 31 Jan 2018 02:30:59 +0000 https://deepertravel.de/?p=4151 Ein Facebook Post von unseren KollegInnen von Responsible Volunteering hat letzte Woche mein Interesse geweckt: Die Vermittlungsplattform GoAbroad hat ihre bestbewerteten Organisationen für Freiwilligenarbeit im Ausland veröffentlicht. Die Top 3 sind demnach: African Impact International Volunteer HQ Frontier Diese Reihung hat mich aufgrund von zahlreichen, bekannten Missständen bei diesen Organisationen aufhorchen lassen. Im Folgenden [...]

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Ein Facebook Post von unseren KollegInnen von Responsible Volunteering hat letzte Woche mein Interesse geweckt: Die Vermittlungsplattform GoAbroad hat ihre bestbewerteten Organisationen für Freiwilligenarbeit im Ausland veröffentlicht.

Die Top 3 sind demnach:

  1. African Impact
  2. International Volunteer HQ
  3. Frontier

Diese Reihung hat mich aufgrund von zahlreichen, bekannten Missständen bei diesen Organisationen aufhorchen lassen. Im Folgenden möchte ich die gravierendsten Aspekte, die gegen eine Vermittlung durch diese Unternehmen sprechen, zusammenfassen.

African Impact

Schaut man sich die angebotenen Volunteering-Möglichkeiten von African Impact an, wird schnell ein Fokus auf Freiwilligenarbeit mit Tieren ersichtlich. Dabei geht es in erster Linie um Zuchtprogramme und um eine Streichelzoo ähnliche Betreuung von großen Wildkatzen und Affen. Warum derartige Freiwilligeneinsätze generell problematisch sind, haben wir hier erklärt. Viel schwerer wiegt in diesem Fall aber der Umstand, dass für diese Tätigkeiten keine einschlägige Ausbildung der Freiwilligen vorausgesetzt wird. Jede und jeder kann mit Löwen und Geparden „kuscheln“.

Selbiges gilt im Übrigen für alle von African Impact angebotenen Einsatzmöglichkeiten: Von Unterrichten an Schulen, über Projekte im Gesundheitsbereich bis zu hin zur Betreuung von Waisen können unqualifizierte „HelferInnen“ nur schon aufgrund ihrer Anwesenheit die Welt retten. Mittlerweile verzichten ja erfreulicherweise mehr und mehr Organisationen auf Waisenhausangebote – ein Trend, der bei African Impact offensichtlich noch nicht angekommen ist. Bereits in zwei Wochen können Freiwillige das Leben von Waisen fundamental verbessern. Das Wording entspricht dabei voll und ganz dem klischeehaften, fehlgeleiteten Angebot:

„Living by the beach and surrounded by Africa’s most magnificent wildlife, a life-changing experience in rural Zululand awaits you as you educate and support orphaned and needy children and families in an underprivileged remote village in South Africa. Working directly with the Chiefs of the village and the families living in poverty, African Impact and volunteers help support the young children and contribute to bigger and brighter futures for them!“ (Quelle: Website von African Impact)

Freiwilligenarbeit Erfahrungen African Impact

Quelle: Screenshot (http://bit.ly/2DOJCix)

Natürlich gibt es eine derartige „life-changing experience“ nicht umsonst. Für den Mindestaufenthalt von zwei Wochen werden 1.500 US-Dollar (ohne Flug und Versicherung) fällig. Ein Klacks, wenn man an die breite Zukunft und die lachenden und vor allem dankbaren Kinderaugen denkt…

Auf ein Vorbereitungsseminar im Heimatland wird zu Gunsten eines Skype-Gesprächs bzw. Telefonats und einer Einführungsphase im Gastland verzichtet (Details findet man auf der Website dazu keine). Auch eine Nachbereitung des Einsatzes ist nicht vorgesehen. Dafür wird auf der Website der Organisation der „Information for Parents“ viel Raum gegeben.

Diese für mich doch verstörenden Fragen werfen für mich die Frage auf, wie alt die Zielgruppe von African Impact ist.

International Volunteer HQ

International Volunteer HQ (kurz: IVHQ) ist weltweit eine der größten Vermittlungsagenturen im Bereich Freiwilligenarbeit. Das in Neuseeland ansässige Unternehmen vermittelt nach eigenen Angaben Volunteers in 40 Länder und verlangt dafür die „günstigsten Programmgebühren“. Ein Blick in die Preisliste bestätigt, dass zweiwöchige Programme tatsächlich für unter 1.000 US-Dollar (natürlich ohne Flug und Versicherung) angeboten werden. Angeboten werden alle erdenklichen Tätigkeiten und auch auf die Vermittlung an Waisenhäusern will man nicht verzichten.

Minimalanforderungen bezüglich Ausbildung und Qualifikation der Freiwilligen sucht man vergeblich – wie bei vielen anderen kommerziellen Anbietern bucht man hier ein touristisches Produkt, bei dem die TouristInnen im Mittelpunkt stehen. Ein Google-Anfrage und ein Blick in die Facebook-Gruppe Critical volunteering reviews (IVHQ, Projects Abroad, Frontier and others) verrät allerdings, dass man es mit dem Wohlergehen der Freiwilligen auch nicht immer so genau nimmt. Es wird kritisiert, dass es vor Reisantritt keinerlei Klarheit über den genauen Einsatzort gibt, die Unterkunftssituation für viele Freiwillige nicht tragbar ist und vor Ort keine oder nur schlecht informierte Ansprechpersonen vorhanden sind.

Freiwilligenarbeit Erfahrungen International Volunteer HQ

Quelle: Screenshot (http://bit.ly/2DPyUsc)

Bis vor Kurzem gab es von IVHQ überhaupt kein Vorbereitungsangebot für Volunteers. Der in diesem Zusammenhang immer lauter werdenden Kritik will man mit einer vermeintlichen, für das Unternehmen preiswerten, Innovation entgegentreten. Die IVHQ-Volunteers erhalten nach der Buchung der Reise Zugang zu einem Online-Vorbereitungskurs. Im 21. Jahrhundert erscheint das auf den ersten Blick gar keine so schlechte Idee. Der online verfügbare Überblick über die drei Module ‚Know before you go’, Keeping safe’ und ‚Being a responsible and valuable volunteer’ und vor allem die frei verfügbaren Beispiellektion lassen aber große Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Angebots aufkommen.

Neben dem infantilen Inhalt und der stereotypen Aufmachung ist auch die finanzielle und personelle Verstrickung zwischen IVHQ und dem Unternehmen Global Travel Academy zu hinterfragen. Details dazu und zur Frage, warum ausgerechnet eine Investmentfirma kürzlich IVHQ übernommen hat, finden sich in diesem Beitrag.

Frontier

Das in England registrierte Unternehmen Frontier vermittelt Freiwillige an 400 Projekte in 72 Ländern. Ein erstes Überfliegen der Website hinterlässt einen durchaus positiven Eindruck. Es wird sehr viel über die langjährigen Forschungsarbeiten der Organisation berichtet und immer wieder auf namhafte Kooperationspartner, wie beispielsweise den WWF, verwiesen. Dieses Bild ändert sich, sobald man die Freiwilligenprojekte gefunden hat. Dort heißt es einleitend:

„Projects run anywhere between 1 and 30 weeks and there are a whole variety of short trips for those with limited time. There’s also something to suit every budget and interest, with everything from conservation and community development, to adventure travel experiences and internships abroad. Take a look below to see all the types of volunteering and adventure travel opportunities available.“ (Quelle: Website von Frontier)

Die Organisation bietet also Einsätze für jeden Geschmack und jedes Zeitbudget – kein Wort über nötige Qualifikationen oder Erfahrungen. Auch vor Waisenhäusern und Angeboten aus dem Bereich Großkatzen-Streichelzoo schreckt man nicht zurück. Die Preise dafür sind teilweise um einiges höher als bei den beiden oben genannten Konkurrenten. Neben Flug und Versicherung müssen bei vielen Projekten auch Mahlzeiten (zum Beispiel an den Wochenenden oder generell Abendessen) zusätzlich bezahlt werden. Positiv zu vermerken ist, dass bei längeren Aufenthalten eine Orientierungswoche im Gastland vorgesehen ist. Der genaue Inhalt wird jedoch nicht beschrieben und bei kurzen Einsätzen entfällt diese Orientierungsphase überhaupt. Eine Vorbereitung im Heimatland sowie eine Nachbereitung des Aufenthalts erhalten die Volunteers nicht. Auf der Website ist lediglich von „Pre-departure support“ die Rede, wobei absolut unklar bleibt, um was es sich dabei handelt.

Freiwilligenarbeit Erfahrungen Frontier

Quelle: Sreenshot (http://bit.ly/2GvQQFZ)

Neben Angeboten wie Babyelefanten-Füttern und Brüllaffen-Streicheln ist mir vor allem ein Hai-Projekt in Südafrika aufgefallen. Besonders befremdlich dabei ist, dass für dieses Programm mit der Möglichkeit geworben wird, Weißen Haien im Zuge eines Käfigtauchgangs ganz nah zu begegnen. Bei derartigen Tauchgängen werden die Haie mit Blut, Fleisch oder Fisch angelockt und dadurch in weiterer Folge aggressiv gemacht. Ein zu Recht sehr umstrittenes „Abenteuer“, das absolut nichts mit nachhaltigem, ökologischem Tourismus zu tun hat.

Zusammenfassend ist es mir komplett unverständlich, auf welcher Grundlage diese Unternehmen positiv bewertet werden können. Alle drei Organisationen erscheinen zuallererst der Gewinnmaximierung verpflichtet und verwenden Schlagwörter wie „Verantwortungsvolle Freiwilligenarbeit“ rein und ausschließlich zu Marketingzwecken.

Wenn du auf der Suche nach Organisationen bist, die nachhaltige und faire Freiwilligenarbeit nicht nur auf ihrer Website propagieren, sondern wirklich leben, dann schau hier vorbei.

Hast du Erfahrungen mit diesen oder ähnlichen Organisationen gemacht? Teile sie mit uns in den Kommentaren!

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Fair Reisen im Jahr 2017 wir blicken zurück https://deepertravel.de/fair-reisen-2017/ https://deepertravel.de/fair-reisen-2017/#respond Thu, 28 Dec 2017 19:54:09 +0000 https://deepertravel.de/?p=4112 Das Jahr 2017 war ein wichtiges Jahr für DeeperTravel: Das ‚Internationale Jahr des Nachhaltigen Tourismus' (IY2017) und das zweite Projektjahr der Plattform Volunteer Reisen. Wir nehmen euch mit auf eine kleine Zeitreise und lassen unser Jahr noch einmal Revue passieren. Dieses Mal haben wir uns gegen eine chronologische und für eine thematische Darstellung entschieden. [...]

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Das Jahr 2017 war ein wichtiges Jahr für DeeperTravel: Das Internationale Jahr des Nachhaltigen Tourismus‘ (IY2017) und das zweite Projektjahr der Plattform Volunteer Reisen. Wir nehmen euch mit auf eine kleine Zeitreise und lassen unser Jahr noch einmal Revue passieren.

Dieses Mal haben wir uns gegen eine chronologische und für eine thematische Darstellung entschieden.

Unsere Publikationen

Die Hauptaufgabe von DeeperTravel ist Informations- und Bildungsarbeit im Bereich der entwicklungspolitischen Bildung. Wir haben eine 4-teilige Artikelserie zum IY2017 publiziert, die ihr hier (Start bei Teil 1 https://deepertravel.de/nachhaltig-reisen/) nachlesen könnt.

Freiwilligenarbeit und Kinderschutz

Freiwilligenarbeit und Kinderschutz

Für unser von der Austrian Development Agency gefördertes Projekt ‚Plattform Volunteer Reisen’ haben wir auch im zweiten Projektjahr wieder regelmäßig Artikel auf unserem Blog publiziert und Social Media Aktivitäten und Kampagnen gestaltet. Die Kennzahlen und Vorgaben hinsichtlich Reichweite und Anzahl der Publikationen bis zum Projektende haben wir bereits jetzt erfüllt und auch den Großteil der Eigenmittel mit Workshops und Bildungsangeboten eingenommen. Das Projekt endet im Februar 2018 und wir sind zuversichtlich, dass die Berichtslegung und Schlussabrechnung positiv ausfallen werden.

Wir haben im Jahr 2017 intensiv mit ECPAT Österreich (Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung) und SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil) zusammengearbeitet. Gemeinsam mit ECPAT ist die Broschüre ‚Faire Freiwilligenarbeit im Ausland – Kinderschutz im Reisegepäck?’ entstanden. Die Printversion kann bei ECPAT gratis bestellt werden und online steht die Broschüre hier zur Verfügung: Download Broschüre Faire Freiwilligenarbeit im Ausland. Auf Initiative von Responsible Volunteering haben wir auch eine englischsprachige Version gestaltet und online veröffentlicht: Download Fair Volunteering Abroad

Unsere Workshops und Bildungsangebote

workshop deepertravel fair reisenIm Sommer haben wir einige Workshops in Österreich gehalten. Unsere Themenpalette reicht von der Vorbereitung von Freiwilligen, Bewusstseinsbildung über Freiwilligenarbeit für Vereine, bis hin zu Social Media für NGOs in der Entwicklungszusammenarbeit. Einige der Workshops haben wir bereits zum wiederholten Mal veranstaltet, doch wir haben auch neue Formate entwickelt. Es ist immer wieder spannend, die TeilnehmerInnen kennenzulernen und zu sehen, was der gemeinsame Tag oder die gemeinsamen Stunden hervorbringen. Eine Facebook Gruppe und eine Facebook Chat Gruppe sind aus den Social Media Workshops entstanden und wir finden es toll, welcher Austausch dort stattfindet. Die meisten Workshops entstanden in Kooperation mit SOL beziehungsweise der Initiative 1zu1, die sich für die Vernetzung von Initiativen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit einsetzt, aber auch für Loro Trips hielten wir Vorbereitungsseminare für angehende Freiwillige und begleiteten Volunteers während ihres Einsatzes. Alle Infos über unsere Offline-Bildungsangebote findet ihr hier: DeeperTravel Beratung und Veranstaltungen 

Es geht nicht ohne…. Projektanträge verfassen

Als Verein oder Nichtregierungsorganisation sind wir auf öffentliche Gelder angewiesen. Die Einnahmen aus dem Ebook-Verkauf und den Affiliate Programmen reicht nicht aus, um die Technik- und Serverkosten zu decken. Den Großteil unserer Arbeit machen wir natürlich im Ehrenamt, aber um große Ideen zu verwirklichen, braucht es ein gewisses Budget. Die Vergabe von Geldern diverser Stellen richtet sich nach unterschiedlichsten Qualitätskriterien, die von außen nicht immer transparent erscheinen und als ‚kleiner‘ Verein hat man es nicht immer leicht. Doch wir jammern nicht herum, sondern machen weiter, denn unser wichtigste Ziel ist, unsere LeserInnen über faires und verantwortungsvolles Volunteering und Reisen zu informieren. Leider wurde keiner unserer zwei gestellten Anträge (Digitale Initiative Nachhaltiger Tourismus Austria‘ (DINTA) und Erweiterung Plattform Volunteer Reisen – Kampagnen‘) für die nächsten Jahre von der ADA akzeptiert, was bedeutet, dass wir andere Wege finden müssen – mehr dazu weiter unten.

Unser Ausblick für 2018

Die ersten Monate des Jahres werden wir mit dem Abschluss und der Berichtslegung für das ADA Projekt beschäftigt sein, danach werden wir uns neuen Ideen intensiver widmen können.

Happy new year

Die Initiative DINTA (siehe oben) liegt uns sehr am Herzen und wir werden sie in einem kleineren Rahmen als ursprünglich angedacht trotzdem umsetzen. Dies bedeutet vor allem eine neue Strukturierung der Online-Plattform, die Aufbereitung von Themen und diverse Publikationen, Akquise von PartnerInnen wie beispielsweise Reisebüros, Destinationen und AnbieterInnen in Österreich und natürlich weitere Recherchearbeiten über mögliche FördergeberInnen. Wenn ihr Stiftungen, Förderstellen, Unternehmen oder Privatpersonen kennt, die sich für eine österreichische Vernetzungsplattform für nachhaltige Tourismusangebote interessieren könnten, lasst uns gerne Inspiration oder Kontakte zukommen!

Ein weiterer Projektantrag (eine wissenschaftliche Studie über Freiwilligenarbeit von ÖsterreicherInnen im Ausland) liegt noch im Sozialministerium zur Begutachtung. Vermutlich hat die aktuelle politische Entwicklung in Österreich erheblichen Einfluss auf dieses Vorhaben – wir sind gespannt.

Und dann gibt es noch unzählige Ideen für Ebooks, Youtube-Channels, Broschüren, Online-Kampagnen, Entwicklung von nachhaltigen Reisemodellen, Service Learning Aktivitäten, Veranstaltungen und viels mehr – der Tag könnte gar nicht genug Stunden haben.

Und, habt ihr Neujahresvorsätze, Pläne oder große Veränderungen anstehen? Wir freuen uns auf das neue Jahr mit allen Herausforderungen und wünschen unseren treuen LeserInnen, unseren Vereinsmitgliedern, Followern und PartnerInnen das ALLERBESTE!

Damit wir uns auch weiterhin für faires Reisen, nachhaltigen Tourismus und verantwortungsvolles Volunteering einsetzen und unser Angebot weiter ausbauen können, brauchen wir Eure Unterstützung! 

Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr DeeperTravel (auch) im Jahr 2018 mit Eurem Mitgliedsbeitrag in der Höhe von mindestens 20 Euro unterstützen würdet.

Unsere Kontoverbindung:

DeeperTravel – Verein zur Förderung Globalen Lernens und interkultureller Kommunikation  

IBAN: AT04 3625 4000 0013 1904  

BIC/SWIFT: RZTIAT22254

++++ HAPPY NEW YEAR ++++

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Woran erkenne ich einen guten Volunteering Anbieter? https://deepertravel.de/suche-freiwilligenarbeit-ausland/ https://deepertravel.de/suche-freiwilligenarbeit-ausland/#comments Wed, 06 Dec 2017 15:43:04 +0000 https://deepertravel.de/?p=4072 Ein Gastbeitrag von Gisela Wohlfahrt Worauf du achten kannst, um schwarze Schafe auszuschließen Volunteering im Ausland liegt im Trend und die Angebote sind so vielfältig wie deren Anbieter selbst. Als motivierter Volunteer verliert man schnell den Überblick, wenn es an die Auswahl des passenden Projekts und der Organisation geht. Vor allem seit das Engagement [...]

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Ein Gastbeitrag von Gisela Wohlfahrt

Worauf du achten kannst, um schwarze Schafe auszuschließen

Volunteering im Ausland liegt im Trend und die Angebote sind so vielfältig wie deren Anbieter selbst. Als motivierter Volunteer verliert man schnell den Überblick, wenn es an die Auswahl des passenden Projekts und der Organisation geht. Vor allem seit das Engagement im Ausland so sehr boomt, dass eine eigene Branche entstehen konnte. Doch Voluntourismus wird auch stark kritisiert, was sich in massiver medialer Kritik, wie beispielsweise „Voluntourism: Warum Freiwilligenarbeit in Afrika so nicht hilft“, widerspiegelt.

Die Kommunikation und Sichtbarkeit der guten Arbeitsweise

Suche Freiwilligenarbeit KritikDiese Kritik ist leider berechtigt, jedoch auch entscheidend für die künftige nachhaltige Gestaltung der Angebote. Organisationen im deutschsprachigen Raum stehen heute zunehmend unter Druck, es besser zu machen und Misswirtschaft, sinnlose Projekte und negative Auswirkungen „sichtbar“ zu vermeiden. „Sichtbar“ bedeutet, dass sich die Zielgruppen der Organisationen – zukünftige Volunteers, Eltern, JournalistInnen und KritikerInnen – bereits vorab über die gute Arbeitsweise informieren können. Hierfür ist Transparenz und die Bereitstellung von Informationen seitens der Anbieter entscheidend.

Auf dem Weg zu einer ‚License to Operate‘

Voluntourismus-Anbieter brauchen daher eine überzeugende ‚Licence to Operate‘ (= gesellschaftliche Akzeptanz, das Angebot zu verkaufen), um weiterhin erfolgreich bestehen zu können. Diese erreichen sie beispielsweise durch die Kommunikation ihrer nachhaltigen und sozialverantwortlichen Arbeitsweise – in den Heimat- und den Zielländern.

Diese Kommunikation nach außen wird zunehmend professioneller, ist strategisch ausgerichtet und Bestandteil der Images der Anbieter. PR-Verantwortliche, QualitätsmanagerInnen und/oder Corporate Social Responsibilty (CSR) ManagerInnen verantworten diese wichtige Aufgabe, meist in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung.

Bemühungen hierzu findest du auf den Unternehmenswebsites unter den Menüpunkten ‚Über Uns‘, dann beispielsweise oftmals unter dem Punkt ‚Verantwortung‘, ‚Nachhaltigkeit‘ oder auch ‚Engagement‘.

Was du aus dem ‚Über-Uns‘ Bereich der Websites herauslesen kannst

Aus der Selbstdarstellung des Anbieters kannst du bereits einiges herauslesen. Wurde Mühe und Sorgfalt in die Erstellung der Texte gesteckt? Fühlst du dich angesprochen? Ist der Text leicht verständlich und zielgruppengerecht aufgearbeitet? Wenn ja, dann scheint dem Anbieter wichtig zu sein, dass du ihn sympathisch findest und er sich mit den Bedürfnissen seiner Zielgruppe auseinandergesetzt hat.

Suche Freiwilligenarbeit AnbieterGibt es Informationen zur Arbeitsweise mit den Menschen vor Ort? Ist Nachhaltigkeit oder Umweltfreundlichkeit ein Thema für den Anbieter? Spricht dieser auch über das Thema Verantwortung – gegenüber seinen Volunteers, den Menschen vor Ort, der Natur oder anderen Aspekten? Überlege, ob dir diese Informationen ausreichen und ob du diese überzeugend findest. So verschaffst du dir einen ersten Eindruck darüber, wie wichtig diese Themen für den Anbieter sind.

Viele Aspekte, die auch die Nichtregierungsorganisation ‚Tourism Watch‘ als Indikator eines guten Anbieters nennt, können aus der Website herausgelesen werden. So zum Beispiel, ob der Anbieter Vorbereitungsseminare anbietet, ein erweitertes Führungszeugnis Voraussetzung zur Teilnahme ist und ob es verbindliche Verhaltensrichtlinien gibt.

Offene Fragen? Anbieter anrufen!

Erscheinen dir die Infos auf der Website zu wenig? Findest auf eine oder mehrere Fragen keine Antwort, so zögere nicht und rufe den Anbieter an. Ein guter Anbieter hat Mitarbeitende, die sich darauf freuen deine Fragen beantworten zu dürfen. Bei einem Telefongespräch zeigt sich schnell, wie ernst es deinem ausgewählten Anbieter mit dem nachhaltigen Image ist. Kann keiner deine Fragen beantworten, so sind die Themen Nachhaltigkeit und Verantwortung wohl eher nicht Teil des Selbstverständnisses des Unternehmens. Die Texte der Website sind somit lediglich als PR-Texte einzustufen.

Gefahr Greenwashing und die Aussagekräftigkeit von Qualitätssiegeln

Die Unternehmenswebsite vermittelt dir einen guten ersten Eindruck, ob und wie sich der Anbieter mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzt. Ob jedoch stimmt was dort steht, ist von außen betrachtet schwer zu beurteilen. Es besteht die Gefahr von Greenwashing, der bewussten Falschinformation oder auch Verschleierung zugunsten eines guten Images.

Suche Freiwilligenarbeit GreenwashingLaut einer Studie der Verbraucherinitiative aus dem Jahr 2014 setzen Reisende deshalb zunehmend auf Qualitätssiegel. Solche Gütesiegel werden von unabhängigen Dritten (z.B. ‚WYSE Work and Travel abroad’, ‚TOP Reiseveranstalter‘) erteilt. Sind solche Siegel vorhanden, werden diese in der Regel im ‚Über Uns‘ Bereich der jeweiligen Website kommuniziert.

Da es für Voluntourismus-Angebote aktuell jedoch weder allgemein anerkannte Qualitätsstandards noch eine Interessensvertretung gibt, ist die Aussagekräftigkeit von Siegeln in Frage zu stellen. Diese mögen Reiseveranstaltern gerecht werden, jedoch selten den besonderen Anforderungen der sozialen Freiwilligenarbeit. Dennoch deuten Siegel zumindest auf ein Engagement des Anbieters und dessen Bestreben nach Glaubwürdigkeit hin.

Suche Freiwilligenarbeit: Vorschlag zur Vorgehensweise

  • Lies dir die ‚Über-Uns‘ Bereiche der Websites genau durch und überlege dir, was du davon hältst und wie diese auf dich wirken
  • Notiere dir Fragen und kläre diese telefonisch
  • Lies Erfahrungsberichte (nicht nur auf der Website, sondern auch unabhängige)
  • Lies Bewertungen und suche online nach Kritiken

Auf diese Art und Weise erhältst du ein umfassendes Bild von deiner ausgewählten Organisation. Letztendlich entscheidest du allein, ob dir die Arbeitsweise und das Image in Bezug zu deinem ausgewählten Projekt zusagen.

Fotos © Gisela Wohlfahrt

Über die Autorin:

Gisela Wohlfahrt ist freiberufliche Trainerin für Politische Bildung und Beraterin für CSR Kommunikation. In den vergangenen sechs Jahren arbeitete sie für verschiedenen Organisationen in Deutschland und Asien mit Schwerpunkten in den Bereichen Kommunikation und Stärkung der Zivilgesellschaft. Zuletzt leitete sie die Redaktion und Soziale Verantwortung (CSR) eines deutschen Voluntourismus Reiseveranstalters. Gisela Wohlfahrt besitzt einen Masterabschluss in Global Studies mit regionalen Schwerpunkten auf Afrika und Asien, ist zertifizierte Politische Bildnerin und PR Referentin.

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