Deepertravel – Volunteer Reise https://deepertravel.de Plattform Volunteer Reisen Wed, 23 May 2018 16:25:05 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.6 Zwei Jahre Förderung durch die Austrian Development Agency – ein Fazit https://deepertravel.de/foerderung-verein-deepertravel/ https://deepertravel.de/foerderung-verein-deepertravel/#respond Mon, 14 May 2018 17:35:27 +0000 https://deepertravel.de/?p=4215 Der Beitrag Zwei Jahre Förderung durch die Austrian Development Agency – ein Fazit erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Wie schnell zwei Jahre vergehen können… Wir haben gerade den Abschlussbericht für das von der Austrian Development Agency geförderte Projekt ’Plattform Volunteer Reisen’ fertiggestellt und halten es deshalb auch für angebracht, ein paar Einblicke in die Abwicklung eines derartigen Projektes zu geben.

Die ADA ist in Österreich die Agentur, welche öffentliche Mittel im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit verwaltet und an Projekte vergibt. Ungefähr 5% der Gelder, die das österreichische Außenministerium der Entwicklungszusammenarbeit zuordnet, fallen unter die Kategorie ‚Projekte‘ (2016).

mitmachenGenaue Daten und Zahlen kann man auf der Website der Agentur nachlesen. Dort sind auch die Projekte, die finanziell unterstützt werden, aufgelistet und mit einer Kurzbeschreibung versehen. Der Hintergrund dieser Förderungen ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken. Gefördert werden einerseits Projekte im Ausland, also Entwicklungszusammenarbeit bzw. Entsendeorganisationen, die Fachkräfte ins Ausland vermitteln (ehemals EntwicklungshelferInnen genannt) und andererseits Projekte in Österreich, die entwicklungspolitische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Hier zählen wir uns dazu.

Wie kommt man nun zu einer Förderung? Ähnlich wie in der Wissenschaft gibt es Ausschreibungen und Calls mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und man kann einen Antrag auf Förderung eines Projektvorhabens einreichen. Klingt einfach? Nun ja, der Schein trügt. Jeder Projektantrag muss gewisse Qualitätskriterien beinhalten und gut durchdacht sein. Erstens hat die Qualität natürlich (auch) Einfluss darauf, ob ein Projekt gefördert wird, zweitens ist eine gute Planung für den Erfolg maßgeblich mitverantwortlich.

So steht zu Beginn eine Idee für ein Projekt und um diese greifbarer zu machen, heißt es, sich ein paar Fragen zu stellen:

  • Welche Ziele sollen erreicht werden?
  • Welche Ergebnisse will man in welcher Zeit vorweisen können?
  • Welche Aktivitäten sind dafür notwendig, wer führt diese Aktivitäten aus und was kostet das?

Die Ziele, die man erreichen möchte, sollen nicht nur realistisch sein, sondern auch messbar und greifbar. Die Zielgruppe soll bekannt und gut eingrenzbar sein. Wie will man Erfolge oder Misserfolge messen, wie kann man bei Problemen gegensteuern?

Spätestens bei diesen Fragen beginnt der Kopf zu qualmen und eine schwammige Projektidee kann sich entweder verflüssigen oder wird zu einem konkreten Fahrplan.

In unserem Fall war das Projektziel der ‚Plattform Volunteer Reisen’ Interessierten an Freiwilligenarbeit im Ausland Informationen bereit zu stellen.

Die drei konkreten Ziele des Projekts:

Ziel 1: Gut vorbereitete und kritisch reflektierende österreichische Volunteer Reisende. Menschen, die als Freiwillige vereisen, verfügen über ein umfangreiches Wissen über globale Zusammenhänge und ein gestärktes Bewusstseins für die durch den globalen Tourismus hervorgerufenen ökologischen, ökonomischen, sozialen und technologischen Chancen und Herausforderungen.

Training_DeeperTravel

Ziel 2: Vernetzung und Kooperation mit den wichtigsten AkteurInnen in Österreich, die im Bereich Globales Lernen für Reisende tätig sind (Bildungsinstitutionen, Entsendeorganisationen, Vereine).

Ziel 3: Vernetzung und Wissenstransfer zwischen ehemaligen und angehenden österreichischen Volunteer Reisenden.

Ob die Ziele erreicht wurden, wird dann je nachdem qualitativ oder quanitativ erhoben. In unserem Fall war die Erhebung der NutzerInnenzahlen auf der Website und denn Social Media Kanälen natürlich wichtig. Zusätzlich waren unsere Workshops und Veranstaltungen wichtige Parameter.

Unser Fazit – was haben wir erreicht?

Wir haben auf ein Informationsdefizit zeitgemäß reagiert, die Plattform erweitert und suchmaschinenoptimiert. Social Media Marketing und natürlich auch klassische Pressearbeit waren ein integraler Bestandteil des Projektes.

Ebook FAIRreisen

Alle unsere im Projektantrag formulierten Zielsetzungen haben wir erreicht. Die LeserInnenschaft der ‚Plattform Volunteer Reisen’ ist langsam aber stetig gewachsen. Freiwilligenarbeit im Ausland und zivilgesellschaftliches Engagement sind wichtiger denn je und DeeperTravel hat einen Beitrag dazu geleistet, ein Nischenthema öffentlich sichtbarer zu machen.

Ein anderes Ziel war es, zur Vernetzung der AkteurInnen beizutragen und die Sichtbarkeit von österreichischen Entsendeorganisationen und anderen NROs, die sich mit dem Thema befassen, online zu erhöhen. Dies wurde einerseits mit Publikationen (Interviews, Gastbeiträgen, Erfahrungsberichten) realisiert, andererseits durch Wissensvermittlung in Workshops zu den Themen Social Media und SEO für Nichtregierungs- und Entsendeorganisationen.

Besondere Meilensteine waren die Publikation ‚FAIRreisen statt verreisen – Nachhaltig unterwegs als Volunteer’, die Herausgabe eines Sonderheftes der Zeitschrift Sustainable Austria zum Thema ‚Volunteer-Reisen: Bildung durch Freiwilligenarbeit?‘ und die Erstellung der Broschüre ‚Faire Freiwilligenarbeit im Ausland – Kinderschutz im Reisegepäck’.

Was ist nicht so gut gelaufen?

– Bürokratie, Buchhaltung und Lohnverrechnung: Den hierfür notwendigen Aufwand, sowohl finanziell als auch zeitlich, haben wir eindeutig unterschätzt.

– Die Trennung von Infoplattform und Blog. Eine gewisse Selbstzensur hat stattgefunden und die Auswahl der Themen war eindeutig mehr im Sinne des Projektes ‚Plattform Volunteer Reisen‘ als DeeperTravel.

– Die ständige Änderungen der Algorythmen von Social Media Kanälen, vor allem Facebook, kann einem die Lust auf Social Media Marketing verderben.

Hinter all den Tätigkeiten steht der Verein DeeperTravel mit einer ständig wachsenden Mitgliederzahl. Wollt ihr mehr wissen oder euch bei DeeperTravel engagieren? Wir freuen uns über neue Mitglieder im Verein

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Der weiße Retter – Teil 2 https://deepertravel.de/stereotyp-rassismus/ https://deepertravel.de/stereotyp-rassismus/#comments Fri, 23 Mar 2018 23:42:59 +0000 https://deepertravel.de/?p=4203 Der Beitrag Der weiße Retter – Teil 2 erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Was hat Volunteer Reisen mit Stereotypen und mit Rassismus zu tun? Im ersten Teil über den weißen Retter haben wir uns ernsthaft mit dem Thema befasst. Im zweiten Teil der Serie Rassismus & Volunteering werde ich eine kleine (nicht allzu ernst gemeinte) Kategorisierung der weißen Retter* versuchen:

Der Pragmatische: Humanitarians of Tinder

Mit seinem humanistischen Ansatz sind Matches garantiert. Er zeigt mit seinem Tinder-Foto nicht nur sein tolles Aussehen, man erkennt auf den ersten Blick auch seine soziale Ader. (HoT ist übrigens dem Internet gestohlen).

Der Influencer/Instagrammer: Ayy big Spender

Beim Influencer geht es nicht immer nur um Autos, Fluglinien, Fashion, irgendeinen Brand oder um IHN… nein, manchmal geht es um die ‚Cause’, er hat ein weiches Herz und spendet 10% des Betrages, den er dem Finanzamt schuldig wäre, wenn er denn Steuern zahlen würde, an ein (von ihm) auserwähltes Projekt.

Der Profi: Gestalter von Fundraising Kampagnen

Er weiß genau was zieht, seit den 1980ern setzt er auf Tod, Krankheit und Verderben. Die Menschen in seinen Videos oder aus seinen Plakaten leiden sichtbar und sie sollen aufrütteln. Vor allem sollen sie den Geldbeutel möglicher SpenderInnen öffnen, damit das Budget für die nächste Kampagne noch größer wird (eventuell geht sich danach eine kleine Safari aus).

Der Künstler: Wir brauchen mehr Songs für Afrika

„Do they know it’s Christmastime at all?“ fragen sich Bob Geldof und andere schon seit den 1980ern. Auf dieses Trittbrett des Grauens sind seither (zu) viele aufgesprungen, und haben Abermillionen verdient. Die Motive waren ganz sicher rein altruistisch.

Der Voluntourist und der Voluntourismus-Anbieter: Mach einen Unterschied!

Nur mal kurz die Welt retten und dazu in ein armes Land jetten. Mit der dicken Geldtasche bist auch du dabei und den Eintrag in den Lebenslauf gibt es gratis mit dazu. Los – buche noch heute dein Last Minute Angebot und hol dir 10% Rabatt!

Der bessere Volunteer: WIR sind die Guten

Der bessere Volunteer hat viiiel mehr Zeit zur Verfügung, die Arbeit kann ja warten. Er engagiert sich ein ganzes volles Jahr im Ausland und wird sogar von einer richtigen Nichtregierungsorganisation (manchmal sogar einer kirchlichen!) entsendet. Mit stolz geschwellter Brust blickt er auf die Kurzzeit-Freiwilligen herab, denn einzig die Mission und die Länge zählt!

Der wandelnde erhobene Zeigefinger: Ich bilde also bin ich!

Der wandelnde erhobene Zeigefinger findet in jeder Publikation, und sei es nur ein Insta-Post, eine aufreibende politische Unkorrektheit, er wittert Schlechtmenschen 100 Meter gegen den Wind. Streng bis hin zur Selbstzensur geht er seiner Umgebung mit seinem Besserwissen gehörig auf die Nerven.

 

* Das generische Maskulinum ist totale Absicht und es darf sich jede Person angesprochen fühlen, oder auch nicht.

 

Haben wir jemanden vergessen – dann schick uns eine Brieftaube! Und du? Bekennst du dich auch schuldig? 

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Tipps zum klimaschonenden Reisen anlässlich der WWF EARTH HOUR 2018 https://deepertravel.de/earth-hour-2018/ https://deepertravel.de/earth-hour-2018/#comments Wed, 21 Mar 2018 02:27:17 +0000 https://deepertravel.de/?p=4188 Der Beitrag Tipps zum klimaschonenden Reisen anlässlich der WWF EARTH HOUR 2018 erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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In unserer vierteiligen Serie zum ‚Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung’ (#IY2017) haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob nachhaltiger Tourismus möglich sein kann. Wir haben dabei versucht zu zeigen, dass dies nur unter Berücksichtigung aller gesellschaftlichen Bereiche ermöglicht werden kann. Dafür haben wir nachhaltiges Reisen auf drei Ebene verortet:

  • Ökonomische Ebene: Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung, Kampf gegen schlechte Arbeitsbedingungen
  • Sozio-kulturelle Ebene: Respekt vor und Verständnis für traditionelle Werte und kulturelle Eigenheiten, globales Denken und interkulturelle Verständigung
  • Ökologische Ebene: Reduktion von Schadstoffen, Umweltschutz und Ressourcenschonung zur Erhaltung von globaler Biodiversität (Vielfalt)

In der Beitragsserie haben wir alle drei Ebenen spezifisch in Bezug auf den Tourismus durchleuchtet sowie praktische Tipps, wie man im Reisealltag einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann, gegeben.

Die heurige WWF EARTH HOUR am 24. März um 20:30 wollen wir zum Anlass nehmen, um uns die ökologische Ebene in Hinblick auf den Klimaschutz noch einmal genauer anzuschauen. Dies erscheint uns umso drängender, da die letzten drei Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen waren.

Heute liegt die mittlere globale Temperatur um mehr als 1 °C über dem vorindustriellen Niveau mit der Folge, dass Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen, aber auch die Verbreitung von Krankheiten im Zuge einer Verschiebung der Temperaturzonen vermehrt auftreten. Welche gravierenden Auswirkungen das Abschmelzen der Gletscher und Pole auf unseren Planeten haben werden, kann man zum jetzigen Zeitpunkt lediglich erahnen. Der globale Massentourismus mit seinem enormen Ressourcenhunger einerseits und dem gewaltigen CO2-Ausstoß andererseits trägt erheblich zu dieser Entwicklung bei.

Earth Hour Gletscherschmelze Steve Morello WWF

Quelle: Steve Morello WWF

Was ist die WWF EARTH HOUR?

Im Jahr 2007 wurde im australischen Sydney zum ersten Mal das Licht im Zeichen des Klimaschutzes für eine Stunde abgeschaltet. Innerhalb nur eines Jahrzehnts wurde daraus die weltweit größte Klimaschutzaktion. 2017 erreichte die EARTH HOUR bereits hunderte Millionen Menschen in mehr als 7.000 Städten und Gemeinden. Dabei wurden über 12.000 berühmte Gebäude und Monumente in 187 Ländern in Dunkelheit getaucht.

Earth Hour Tony Rakoto WWF Madagascar

Quelle: Tony Rakoto WWF Madagascar

Auch in diesem Jahr werden in unzähligen Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Gebäuden, aber auch in privaten Haushalten rund um den Globus die Lichter ausgehen. Zu den bekanntesten Bauwerken gehören die Pyramiden von Gizeh, der Eiffelturm in Paris oder auch das Empire State Building in New York City. So unterschiedlich die Gebäude auch sein mögen, alle eint das gemeinsame Ziel, Aufmerksamkeit für die Notwendigkeit des Klimaschutzes zu schaffen.

Earth Hour ESANASA

Quelle: ESANASA

Die WWF EARTH HOUR in Österreich

Auch Österreich beteiligt sich von Anfang an an der EARTH HOUR. Im Jahr 2017 wurde es in insgesamt 52 Städte und Gemeinden im Namen des Klimaschutzes für eine Stunde dunkel. Auch dieses Jahr werden die Lichter vieler bekannter Wahrzeichen in allen neun Landeshauptstädten abgedreht. Eine Übersicht der teilnehmenden Orte und Sehenswürdigkeiten findet sich hier.

Klimaschutz und Reisen

Kampagnen wie die WWF EARTH HOUR sind unverzichtbar, wenn es darum geht, ein globales Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen. In weiterer Folge soll es aber vor allem darum gehen, diese Sensibilisierung in allen Lebensbereichen langfristig zu verankern. Gerade das Reisen bietet dazu sehr viele Ansatzpunkte: von der Art sich zu ernähren, über den Umgang mit Müll bis hin zur Wahl des Transportmittels. Im Folgenden haben wir einige einfache Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, klimafreundlicher unterwegs zu sein.

Ernährung unterwegs

Laut WWF verursachen Fleisch- und Milchprodukte rund zwei Drittel der nahrungsmittelbedingten Treibhausgasemissionen. Parallel dazu sind 90% aller Fischbestände bis an die Grenzen befischt oder sogar überfischt. Der unter dem Gesundheitsaspekt oft vertretene Standpunkt, man solle auf Fleisch zugunsten von Fisch verzichten, ist in Hinblick auf den Klimaschutz also kontraproduktiv. Glücklicherweise gibt es aber unzählige, äußerst wohlschmeckende Alternativen. Speziell in den Tropen ist Obst eine naheliegende Alternative. In nördlichen Breiten bieten sich Gerichte auf Basis von Gemüse und Getreide an.

Tipp: Gemüse, Obst und Getreideprodukte statt Fleisch, Milchprodukte und Fisch.

Earth Hour Ernährung

In unserer globalisierten Welt gibt es im nicaraguanischen Supermarkt Nutella und den Rum Flor de Caña in Österreich zu kaufen. Neben den enormen Emissionen, die der Transport dieser Waren rund um den Globus verursacht, stellt sich auch die Frage, ob man wirklich tausende Kilometer reisen muss, um dann die Produkte aus der Heimat zu konsumieren. Eine Kultur wird im speziellen Maße auch durch ihre Küche definiert und landesspezifische Gerichte und Getränke sind eine sehr gute Möglichkeit, eine Kultur kennenzulernen.

Tipp: Regionale und saisonale Lebensmittel konsumieren.

Earth Hour Gallo Pinto

Umgang mit Müll unterwegs

It’s a plastic planet – egal welchen Alltagsgegenstand man in die Hand nimmt, die Chancen stehen gut, dass zumindest Teile davon aus Plastik sind. Sowohl zuhause als auch auf Reisen wird man individuell nicht viel dagegen tun können. Sehr wohl kann man aber gegen die immer noch allgegenwärtigen Plastiksackerl (Plastiktüten) und Plastikflaschen etwas tun!

Tipp: Wiederverwendbare Trinkflaschen und Mehrwegtragetaschen statt Einwegsackerl und Plastikflaschen verwenden.

Earth Hour Verpackung

Wenn Bioabfälle, Aludosen, Altpapier und Kunststoffe richtig entsorgt werden, stellen sie die Basis für wertvolle Rohstoffe dar. Dies gilt ebenso auf Reisen. Auch in den so genannten Entwicklungsländern wird der Wert dieser Rohstoffe zusehends erkannt und es gibt immer mehr Möglichkeiten, diese Abfälle gesondert abzugeben. Das mag in manchen Ländern um einiges mühsamer und aufwändiger als in Europa sein – wenn man aber wirklich nachhaltig reisen möchte, geht kein Weg am Recycling vorbei.

Tipp: Die meisten Gegenstände haben ein zweites Leben – unbedingt recyceln!

Earth Hour Recycling

Alltag unterwegs

Schon bei der Wahl einer Unterkunft kann man gezielt auf den Klimaschutz achten. Das Vorhandensein eines Umweltzeichens ist auf jeden Fall eine gute Entscheidungshilfe. Aber auch Informationen auf der Website der Unterkunft können Aufschluss über ein vorhandenes Umweltbewusstsein des Betriebes geben. Vor allem ist aber jede Reisende individuell gefordert: Braucht man die Klimaanlage wirklich unbedingt zum Schlafen? Muss man tatsächlich dreimal am Tag duschen? Und muss eine Limo zwingend halb gefroren sein?

Tipp: Umweltbewusste AnbieterInnen wählen und ressourcenschonend handeln (beispielsweise bei Strom- und Wasserverbrauch).

Earth Hour Adam Oswell WWF

Quelle: Adam Oswell WWF

Egal ob auf Märkten, öffentlichen Plätzen oder auf Bahnhöfen, Souvenirs sind allgegenwärtig. Für viele Menschen ist der Kauf von Mitbringseln ein unverzichtbarer Bestandteil einer Reise. Große Vorsicht ist allerding bei den Materialien geboten: Der Erwerb von Souvenirs aus Muscheln, Knochen, Leder, etc. fördert illegale Geschäfte und die Ausrottung seltener Arten.

Tipp: Check your Souvenir: Krokodillederhandtasche, Korallenkette oder Elfenbeinschachfiguren im Gepäck?

Ganz Zentralamerika in zwei Wochen entdecken? Ein schneller Shopping-Trip nach Mailand? Oder doch einen Freund über ein verlängertes Wochenende in Boston besuchen? Die viel zu billigen Flugtickets in Kombination mit einem allgemein veränderten Verhältnis zu Nähe und Distanz führen oft zu einem entgrenzten Reiseverhalten. Zweifellos ist es um einiges bequemer (und mittlerweile kaum teurer) in sehr kurzer Zeit in einem Flugzeug von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu fliegen anstatt stundenlang in einem langsamen, überfüllten Bus zu reisen. Allerdings ist dieser Luxus teuer erkauft: Die ersparte Zeit geht in Form von Energieverbrauch und Emissionen mit all den bereits skizzierten Folgen auf Kosten unseres Planten. Warum man darüber hinaus mit einem ‚Hop-On, Hop-Off Reisestil’ eine Kultur nicht kennenlernen kann und weitere Tipps für sanftes und tiefes Reisen, haben wir hier zusammengestellt.

Tipp: Langsames Reisen und alternative Transportmöglichkeiten (Bahn, Schiff, Bus) nutzen.

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit dem WWF Österreich entstanden. Einige Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung des WWF Österreich verwendet.

Wie bist du klimafreundlich unterwegs? Wir freuen uns auf deine Tipps in den Kommentaren!

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Der weiße Retter – Was hat Volunteer Reisen mit Stereotypen und mit Rassismus zu tun? https://deepertravel.de/stereotypen/ https://deepertravel.de/stereotypen/#comments Mon, 19 Feb 2018 21:30:52 +0000 https://deepertravel.de/?p=4166 Der Beitrag Der weiße Retter – Was hat Volunteer Reisen mit Stereotypen und mit Rassismus zu tun? erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Sagst du ‚Nein zu Stereotypen‘? Denkst du, du bist frei von rassistischen und/oder neokolonialen Vorurteilen? Du bist weit und viel gereist, in fremde Kulturen eingetaucht, bist unterwegs freundlich und zuvorkommend. Du diskriminierst niemanden und du wünscht dir, dass die gleichen Rechte für alle gelten. An deinen Freiwilligeneinsatz gehst du gut vorbereitet heran, du beherrscht die Grundlagen der Sprache im Einsatzland, weißt über die historischen Hintergründe und kulturelle Dos und Dont’s Bescheid…

Doch die Stolperfallen lauern überall

Während sich der interkulturelle Austausch auf Reisen meist auf den Austausch von Waren, Dienstleistungen und Geld beschränkt, kommt man bei einem Freiwilligeneinsatz auch im alltäglichen Arbeitsumfeld zusammen. Bei Einsätzen in Bildungseinrichtungen noch zusätzlich mit neuen und vielleicht fremden Lehrmethoden. Eine gewisse Überforderung ist, wie vermutlich bei jedem neuen Job, vorprogrammiert. In diesem Beitrag versuche ich eine Kategorisierung der Stolperfallen und gebe ein paar Fragen zur Selbstreflektion mit.

Die Eurozentrismus-Falle – ich vergleiche also bin ich

Eine Welt

Um uns in einem neuen Umfeld besser zurecht zu finden, hilft es uns, Dinge zu vergleichen. Als Maßstab wird das Bekannte herangezogen, zum Beispiel die eigene Familie, die Erfahrungen in der Schule oder in der Arbeitsstelle. Doch warum sollte man davon ausgehen, dass die Herangehensweise in Mitteleuropa „besser“ als anderswo wäre, ein Vergleich sollte wertfrei geschehen.

Frage: Was kannst du bei einem Einsatz wirklich lernen und was kannst du danach im Alltag umsetzen?

Wer oder was ist hier fremd – das ICH und das ANDERE

Das so genannte Othering beschreibt einen internen Prozess, der uns dazu bringt eher auf Unterschiede als auf Gemeinsamkeiten zu achten. Das beginnt auf der persönlichen Ebene und setzt sich in allen Bereichen fort.

Frage: Kann man sich auch an einem Tisch mit SchulkollegInnen im Heimatland fremd fühlen, und wenn ja, warum?

Meins, meins, meins – Die große Angst vor dem Diebstahl oder der Abzocke

Finanzierung FreiwilligenarbeitNatürlich gibt es Orte, an denen es eine höhere Kriminalitätsrate gibt wie an anderen. Generell ist die Geldbörse in der Hosentasche in Ballungszentren auf der ganzen Welt nicht besonders sicher. Menschen die weniger besitzen als potenzielle Diebe vorzuverurteilen ist diskriminierend.

Frage: Würdest du einer Person die offensichtlich mehr als du besitzt, etwas klauen, wenn ja, warum?

Mein sensibler Magen – Die große Angst vor der Krankheit

Cook it – peel it – or leave it! Die meisten von uns hat es unterwegs schon einmal ‚erwischt’. Die meisten Magenverstimmungen sind harmlos und hängen oft auch mit der Veränderung der Gesamtsituation zusammen. Die Menschen an deinem Einsatzort haben auch einen Magen und würden von kontaminierten Eiswürfeln genauso krank werden wie du, also entspanne dich.

Frage: Hattest du in deinem Heimatland schon einmal einen ‚schlechten Magen’ und weißt du genau, was der Auslöser war?

Ihr Kinderlein kommet – Kinderaugen zum Lachen bringen

Erfahrungen_Freiwilligenarbeit_KinderschutzKinder, egal welcher Hautfarbe, sind entweder süß oder nervig, oder beides oder abwechselnd. Kinder sind auf gar keinen Fall Touristenattraktionen, oder besonders dankbar und anhänglich, weil sie eine dunklere Hautfarbe haben oder aus schlimmen Verhältnissen kommen. Wenn du „schon immer einmal etwas mit Kindern“ machen wolltest, dann beginne BITTE eine Ausbildung als Pädagogin oder Pädagoge. Alles andere ist neben rassistisch auch noch gefährlich und meist schädlich für diese Kinder.

Frage: Wie viele TouristInnen arbeiten in deinem Kindergarten/an deiner Schule im Heimatort? Keine? Warum ist das so?

Wer anderen einen Brunnen gräbt – Ich spiele mal den Entwicklungshelfer

Zu denken, ohne dementsprechende Ausbildung Infrastruktur, Bildung, Dienstleistungen oder was auch immer in ein Land des globalen Südens bringen zu können, ist ganz schön überheblich und neo-kolonialistisch. Kennst du die Brunnenbroschüre? Die AutorInnen setzen sich mit kolonialistischen Gedankengut und Rassismen in der Entwicklungszusammenarbeit kritisch auseinander. Das Heft trägt den Titel „Wer anderen einen Brunnen gräbt“.

Frage: Wie viel Anleitung benötigst du, um beispielsweise eine Mauer zu errichten? Denkst du, dass du einer Fachkraft eine große Hilfe sein kannst, oder ist es umgekehrt?

Unter Ressourcen findest du viele Literaturhinweise zum Thema. Im zweiten Teil dieses Blogposts werde ich einige Paradebeispiele von weißen RetterInnen vorstellen – stay tuned!

Was denkst du, hat Volunteer Reisen mit Rassismus zu tun? Gibt es noch weitere Stolperfallen?

 

tiefer…länger…nachhaltiger

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Top bewertete Organisationen für Freiwilligenarbeit: Eine Flop-Liste https://deepertravel.de/freiwilligenarbeit-erfahrungen/ https://deepertravel.de/freiwilligenarbeit-erfahrungen/#respond Wed, 31 Jan 2018 02:30:59 +0000 https://deepertravel.de/?p=4151 Der Beitrag Top bewertete Organisationen für Freiwilligenarbeit: Eine Flop-Liste erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Ein Facebook Post von unseren KollegInnen von Responsible Volunteering hat letzte Woche mein Interesse geweckt: Die Vermittlungsplattform GoAbroad hat ihre bestbewerteten Organisationen für Freiwilligenarbeit im Ausland veröffentlicht.

Die Top 3 sind demnach:

  1. African Impact
  2. International Volunteer HQ
  3. Frontier

Diese Reihung hat mich aufgrund von zahlreichen, bekannten Missständen bei diesen Organisationen aufhorchen lassen. Im Folgenden möchte ich die gravierendsten Aspekte, die gegen eine Vermittlung durch diese Unternehmen sprechen, zusammenfassen.

African Impact

Schaut man sich die angebotenen Volunteering-Möglichkeiten von African Impact an, wird schnell ein Fokus auf Freiwilligenarbeit mit Tieren ersichtlich. Dabei geht es in erster Linie um Zuchtprogramme und um eine Streichelzoo ähnliche Betreuung von großen Wildkatzen und Affen. Warum derartige Freiwilligeneinsätze generell problematisch sind, haben wir hier erklärt. Viel schwerer wiegt in diesem Fall aber der Umstand, dass für diese Tätigkeiten keine einschlägige Ausbildung der Freiwilligen vorausgesetzt wird. Jede und jeder kann mit Löwen und Geparden „kuscheln“.

Selbiges gilt im Übrigen für alle von African Impact angebotenen Einsatzmöglichkeiten: Von Unterrichten an Schulen, über Projekte im Gesundheitsbereich bis zu hin zur Betreuung von Waisen können unqualifizierte „HelferInnen“ nur schon aufgrund ihrer Anwesenheit die Welt retten. Mittlerweile verzichten ja erfreulicherweise mehr und mehr Organisationen auf Waisenhausangebote – ein Trend, der bei African Impact offensichtlich noch nicht angekommen ist. Bereits in zwei Wochen können Freiwillige das Leben von Waisen fundamental verbessern. Das Wording entspricht dabei voll und ganz dem klischeehaften, fehlgeleiteten Angebot:

„Living by the beach and surrounded by Africa’s most magnificent wildlife, a life-changing experience in rural Zululand awaits you as you educate and support orphaned and needy children and families in an underprivileged remote village in South Africa. Working directly with the Chiefs of the village and the families living in poverty, African Impact and volunteers help support the young children and contribute to bigger and brighter futures for them!“ (Quelle: Website von African Impact)

Freiwilligenarbeit Erfahrungen African Impact

Quelle: Screenshot (http://bit.ly/2DOJCix)

Natürlich gibt es eine derartige „life-changing experience“ nicht umsonst. Für den Mindestaufenthalt von zwei Wochen werden 1.500 US-Dollar (ohne Flug und Versicherung) fällig. Ein Klacks, wenn man an die breite Zukunft und die lachenden und vor allem dankbaren Kinderaugen denkt…

Auf ein Vorbereitungsseminar im Heimatland wird zu Gunsten eines Skype-Gesprächs bzw. Telefonats und einer Einführungsphase im Gastland verzichtet (Details findet man auf der Website dazu keine). Auch eine Nachbereitung des Einsatzes ist nicht vorgesehen. Dafür wird auf der Website der Organisation der „Information for Parents“ viel Raum gegeben.

Diese für mich doch verstörenden Fragen werfen für mich die Frage auf, wie alt die Zielgruppe von African Impact ist.

International Volunteer HQ

International Volunteer HQ (kurz: IVHQ) ist weltweit eine der größten Vermittlungsagenturen im Bereich Freiwilligenarbeit. Das in Neuseeland ansässige Unternehmen vermittelt nach eigenen Angaben Volunteers in 40 Länder und verlangt dafür die „günstigsten Programmgebühren“. Ein Blick in die Preisliste bestätigt, dass zweiwöchige Programme tatsächlich für unter 1.000 US-Dollar (natürlich ohne Flug und Versicherung) angeboten werden. Angeboten werden alle erdenklichen Tätigkeiten und auch auf die Vermittlung an Waisenhäusern will man nicht verzichten.

Minimalanforderungen bezüglich Ausbildung und Qualifikation der Freiwilligen sucht man vergeblich – wie bei vielen anderen kommerziellen Anbietern bucht man hier ein touristisches Produkt, bei dem die TouristInnen im Mittelpunkt stehen. Ein Google-Anfrage und ein Blick in die Facebook-Gruppe Critical volunteering reviews (IVHQ, Projects Abroad, Frontier and others) verrät allerdings, dass man es mit dem Wohlergehen der Freiwilligen auch nicht immer so genau nimmt. Es wird kritisiert, dass es vor Reisantritt keinerlei Klarheit über den genauen Einsatzort gibt, die Unterkunftssituation für viele Freiwillige nicht tragbar ist und vor Ort keine oder nur schlecht informierte Ansprechpersonen vorhanden sind.

Freiwilligenarbeit Erfahrungen International Volunteer HQ

Quelle: Screenshot (http://bit.ly/2DPyUsc)

Bis vor Kurzem gab es von IVHQ überhaupt kein Vorbereitungsangebot für Volunteers. Der in diesem Zusammenhang immer lauter werdenden Kritik will man mit einer vermeintlichen, für das Unternehmen preiswerten, Innovation entgegentreten. Die IVHQ-Volunteers erhalten nach der Buchung der Reise Zugang zu einem Online-Vorbereitungskurs. Im 21. Jahrhundert erscheint das auf den ersten Blick gar keine so schlechte Idee. Der online verfügbare Überblick über die drei Module ‚Know before you go’, Keeping safe’ und ‚Being a responsible and valuable volunteer’ und vor allem die frei verfügbaren Beispiellektion lassen aber große Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Angebots aufkommen.

Neben dem infantilen Inhalt und der stereotypen Aufmachung ist auch die finanzielle und personelle Verstrickung zwischen IVHQ und dem Unternehmen Global Travel Academy zu hinterfragen. Details dazu und zur Frage, warum ausgerechnet eine Investmentfirma kürzlich IVHQ übernommen hat, finden sich in diesem Beitrag.

Frontier

Das in England registrierte Unternehmen Frontier vermittelt Freiwillige an 400 Projekte in 72 Ländern. Ein erstes Überfliegen der Website hinterlässt einen durchaus positiven Eindruck. Es wird sehr viel über die langjährigen Forschungsarbeiten der Organisation berichtet und immer wieder auf namhafte Kooperationspartner, wie beispielsweise den WWF, verwiesen. Dieses Bild ändert sich, sobald man die Freiwilligenprojekte gefunden hat. Dort heißt es einleitend:

„Projects run anywhere between 1 and 30 weeks and there are a whole variety of short trips for those with limited time. There’s also something to suit every budget and interest, with everything from conservation and community development, to adventure travel experiences and internships abroad. Take a look below to see all the types of volunteering and adventure travel opportunities available.“ (Quelle: Website von Frontier)

Die Organisation bietet also Einsätze für jeden Geschmack und jedes Zeitbudget – kein Wort über nötige Qualifikationen oder Erfahrungen. Auch vor Waisenhäusern und Angeboten aus dem Bereich Großkatzen-Streichelzoo schreckt man nicht zurück. Die Preise dafür sind teilweise um einiges höher als bei den beiden oben genannten Konkurrenten. Neben Flug und Versicherung müssen bei vielen Projekten auch Mahlzeiten (zum Beispiel an den Wochenenden oder generell Abendessen) zusätzlich bezahlt werden. Positiv zu vermerken ist, dass bei längeren Aufenthalten eine Orientierungswoche im Gastland vorgesehen ist. Der genaue Inhalt wird jedoch nicht beschrieben und bei kurzen Einsätzen entfällt diese Orientierungsphase überhaupt. Eine Vorbereitung im Heimatland sowie eine Nachbereitung des Aufenthalts erhalten die Volunteers nicht. Auf der Website ist lediglich von „Pre-departure support“ die Rede, wobei absolut unklar bleibt, um was es sich dabei handelt.

Freiwilligenarbeit Erfahrungen Frontier

Quelle: Sreenshot (http://bit.ly/2GvQQFZ)

Neben Angeboten wie Babyelefanten-Füttern und Brüllaffen-Streicheln ist mir vor allem ein Hai-Projekt in Südafrika aufgefallen. Besonders befremdlich dabei ist, dass für dieses Programm mit der Möglichkeit geworben wird, Weißen Haien im Zuge eines Käfigtauchgangs ganz nah zu begegnen. Bei derartigen Tauchgängen werden die Haie mit Blut, Fleisch oder Fisch angelockt und dadurch in weiterer Folge aggressiv gemacht. Ein zu Recht sehr umstrittenes „Abenteuer“, das absolut nichts mit nachhaltigem, ökologischem Tourismus zu tun hat.

Zusammenfassend ist es mir komplett unverständlich, auf welcher Grundlage diese Unternehmen positiv bewertet werden können. Alle drei Organisationen erscheinen zuallererst der Gewinnmaximierung verpflichtet und verwenden Schlagwörter wie „Verantwortungsvolle Freiwilligenarbeit“ rein und ausschließlich zu Marketingzwecken.

Wenn du auf der Suche nach Organisationen bist, die nachhaltige und faire Freiwilligenarbeit nicht nur auf ihrer Website propagieren, sondern wirklich leben, dann schau hier vorbei.

Hast du Erfahrungen mit diesen oder ähnlichen Organisationen gemacht? Teile sie mit uns in den Kommentaren!

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Fair Reisen im Jahr 2017 wir blicken zurück https://deepertravel.de/fair-reisen-2017/ https://deepertravel.de/fair-reisen-2017/#respond Thu, 28 Dec 2017 19:54:09 +0000 https://deepertravel.de/?p=4112 Der Beitrag Fair Reisen im Jahr 2017 wir blicken zurück erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Das Jahr 2017 war ein wichtiges Jahr für DeeperTravel: Das Internationale Jahr des Nachhaltigen Tourismus‘ (IY2017) und das zweite Projektjahr der Plattform Volunteer Reisen. Wir nehmen euch mit auf eine kleine Zeitreise und lassen unser Jahr noch einmal Revue passieren.

Dieses Mal haben wir uns gegen eine chronologische und für eine thematische Darstellung entschieden.

Unsere Publikationen

Die Hauptaufgabe von DeeperTravel ist Informations- und Bildungsarbeit im Bereich der entwicklungspolitischen Bildung. Wir haben eine 4-teilige Artikelserie zum IY2017 publiziert, die ihr hier (Start bei Teil 1 https://deepertravel.de/nachhaltig-reisen/) nachlesen könnt.

Freiwilligenarbeit und Kinderschutz

Freiwilligenarbeit und Kinderschutz

Für unser von der Austrian Development Agency gefördertes Projekt ‚Plattform Volunteer Reisen’ haben wir auch im zweiten Projektjahr wieder regelmäßig Artikel auf unserem Blog publiziert und Social Media Aktivitäten und Kampagnen gestaltet. Die Kennzahlen und Vorgaben hinsichtlich Reichweite und Anzahl der Publikationen bis zum Projektende haben wir bereits jetzt erfüllt und auch den Großteil der Eigenmittel mit Workshops und Bildungsangeboten eingenommen. Das Projekt endet im Februar 2018 und wir sind zuversichtlich, dass die Berichtslegung und Schlussabrechnung positiv ausfallen werden.

Wir haben im Jahr 2017 intensiv mit ECPAT Österreich (Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung) und SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil) zusammengearbeitet. Gemeinsam mit ECPAT ist die Broschüre ‚Faire Freiwilligenarbeit im Ausland – Kinderschutz im Reisegepäck?’ entstanden. Die Printversion kann bei ECPAT gratis bestellt werden und online steht die Broschüre hier zur Verfügung: Download Broschüre Faire Freiwilligenarbeit im Ausland. Auf Initiative von Responsible Volunteering haben wir auch eine englischsprachige Version gestaltet und online veröffentlicht: Download Fair Volunteering Abroad

Unsere Workshops und Bildungsangebote

workshop deepertravel fair reisenIm Sommer haben wir einige Workshops in Österreich gehalten. Unsere Themenpalette reicht von der Vorbereitung von Freiwilligen, Bewusstseinsbildung über Freiwilligenarbeit für Vereine, bis hin zu Social Media für NGOs in der Entwicklungszusammenarbeit. Einige der Workshops haben wir bereits zum wiederholten Mal veranstaltet, doch wir haben auch neue Formate entwickelt. Es ist immer wieder spannend, die TeilnehmerInnen kennenzulernen und zu sehen, was der gemeinsame Tag oder die gemeinsamen Stunden hervorbringen. Eine Facebook Gruppe und eine Facebook Chat Gruppe sind aus den Social Media Workshops entstanden und wir finden es toll, welcher Austausch dort stattfindet. Die meisten Workshops entstanden in Kooperation mit SOL beziehungsweise der Initiative 1zu1, die sich für die Vernetzung von Initiativen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit einsetzt, aber auch für Loro Trips hielten wir Vorbereitungsseminare für angehende Freiwillige und begleiteten Volunteers während ihres Einsatzes. Alle Infos über unsere Offline-Bildungsangebote findet ihr hier: DeeperTravel Beratung und Veranstaltungen 

Es geht nicht ohne…. Projektanträge verfassen

Als Verein oder Nichtregierungsorganisation sind wir auf öffentliche Gelder angewiesen. Die Einnahmen aus dem Ebook-Verkauf und den Affiliate Programmen reicht nicht aus, um die Technik- und Serverkosten zu decken. Den Großteil unserer Arbeit machen wir natürlich im Ehrenamt, aber um große Ideen zu verwirklichen, braucht es ein gewisses Budget. Die Vergabe von Geldern diverser Stellen richtet sich nach unterschiedlichsten Qualitätskriterien, die von außen nicht immer transparent erscheinen und als ‚kleiner‘ Verein hat man es nicht immer leicht. Doch wir jammern nicht herum, sondern machen weiter, denn unser wichtigste Ziel ist, unsere LeserInnen über faires und verantwortungsvolles Volunteering und Reisen zu informieren. Leider wurde keiner unserer zwei gestellten Anträge (Digitale Initiative Nachhaltiger Tourismus Austria‘ (DINTA) und Erweiterung Plattform Volunteer Reisen – Kampagnen‘) für die nächsten Jahre von der ADA akzeptiert, was bedeutet, dass wir andere Wege finden müssen – mehr dazu weiter unten.

Unser Ausblick für 2018

Die ersten Monate des Jahres werden wir mit dem Abschluss und der Berichtslegung für das ADA Projekt beschäftigt sein, danach werden wir uns neuen Ideen intensiver widmen können.

Happy new year

Die Initiative DINTA (siehe oben) liegt uns sehr am Herzen und wir werden sie in einem kleineren Rahmen als ursprünglich angedacht trotzdem umsetzen. Dies bedeutet vor allem eine neue Strukturierung der Online-Plattform, die Aufbereitung von Themen und diverse Publikationen, Akquise von PartnerInnen wie beispielsweise Reisebüros, Destinationen und AnbieterInnen in Österreich und natürlich weitere Recherchearbeiten über mögliche FördergeberInnen. Wenn ihr Stiftungen, Förderstellen, Unternehmen oder Privatpersonen kennt, die sich für eine österreichische Vernetzungsplattform für nachhaltige Tourismusangebote interessieren könnten, lasst uns gerne Inspiration oder Kontakte zukommen!

Ein weiterer Projektantrag (eine wissenschaftliche Studie über Freiwilligenarbeit von ÖsterreicherInnen im Ausland) liegt noch im Sozialministerium zur Begutachtung. Vermutlich hat die aktuelle politische Entwicklung in Österreich erheblichen Einfluss auf dieses Vorhaben – wir sind gespannt.

Und dann gibt es noch unzählige Ideen für Ebooks, Youtube-Channels, Broschüren, Online-Kampagnen, Entwicklung von nachhaltigen Reisemodellen, Service Learning Aktivitäten, Veranstaltungen und viels mehr – der Tag könnte gar nicht genug Stunden haben.

Und, habt ihr Neujahresvorsätze, Pläne oder große Veränderungen anstehen? Wir freuen uns auf das neue Jahr mit allen Herausforderungen und wünschen unseren treuen LeserInnen, unseren Vereinsmitgliedern, Followern und PartnerInnen das ALLERBESTE!

Damit wir uns auch weiterhin für faires Reisen, nachhaltigen Tourismus und verantwortungsvolles Volunteering einsetzen und unser Angebot weiter ausbauen können, brauchen wir Eure Unterstützung! 

Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr DeeperTravel (auch) im Jahr 2018 mit Eurem Mitgliedsbeitrag in der Höhe von mindestens 20 Euro unterstützen würdet.

Unsere Kontoverbindung:

DeeperTravel – Verein zur Förderung Globalen Lernens und interkultureller Kommunikation  

IBAN: AT04 3625 4000 0013 1904  

BIC/SWIFT: RZTIAT22254

++++ HAPPY NEW YEAR ++++

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Woran erkenne ich einen guten Volunteering Anbieter? https://deepertravel.de/suche-freiwilligenarbeit-ausland/ https://deepertravel.de/suche-freiwilligenarbeit-ausland/#comments Wed, 06 Dec 2017 15:43:04 +0000 https://deepertravel.de/?p=4072 Der Beitrag Woran erkenne ich einen guten Volunteering Anbieter? erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Ein Gastbeitrag von Gisela Wohlfahrt

Worauf du achten kannst, um schwarze Schafe auszuschließen

Volunteering im Ausland liegt im Trend und die Angebote sind so vielfältig wie deren Anbieter selbst. Als motivierter Volunteer verliert man schnell den Überblick, wenn es an die Auswahl des passenden Projekts und der Organisation geht. Vor allem seit das Engagement im Ausland so sehr boomt, dass eine eigene Branche entstehen konnte. Doch Voluntourismus wird auch stark kritisiert, was sich in massiver medialer Kritik, wie beispielsweise „Voluntourism: Warum Freiwilligenarbeit in Afrika so nicht hilft“, widerspiegelt.

Die Kommunikation und Sichtbarkeit der guten Arbeitsweise

Suche Freiwilligenarbeit KritikDiese Kritik ist leider berechtigt, jedoch auch entscheidend für die künftige nachhaltige Gestaltung der Angebote. Organisationen im deutschsprachigen Raum stehen heute zunehmend unter Druck, es besser zu machen und Misswirtschaft, sinnlose Projekte und negative Auswirkungen „sichtbar“ zu vermeiden. „Sichtbar“ bedeutet, dass sich die Zielgruppen der Organisationen – zukünftige Volunteers, Eltern, JournalistInnen und KritikerInnen – bereits vorab über die gute Arbeitsweise informieren können. Hierfür ist Transparenz und die Bereitstellung von Informationen seitens der Anbieter entscheidend.

Auf dem Weg zu einer ‚License to Operate‘

Voluntourismus-Anbieter brauchen daher eine überzeugende ‚Licence to Operate‘ (= gesellschaftliche Akzeptanz, das Angebot zu verkaufen), um weiterhin erfolgreich bestehen zu können. Diese erreichen sie beispielsweise durch die Kommunikation ihrer nachhaltigen und sozialverantwortlichen Arbeitsweise – in den Heimat- und den Zielländern.

Diese Kommunikation nach außen wird zunehmend professioneller, ist strategisch ausgerichtet und Bestandteil der Images der Anbieter. PR-Verantwortliche, QualitätsmanagerInnen und/oder Corporate Social Responsibilty (CSR) ManagerInnen verantworten diese wichtige Aufgabe, meist in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung.

Bemühungen hierzu findest du auf den Unternehmenswebsites unter den Menüpunkten ‚Über Uns‘, dann beispielsweise oftmals unter dem Punkt ‚Verantwortung‘, ‚Nachhaltigkeit‘ oder auch ‚Engagement‘.

Was du aus dem ‚Über-Uns‘ Bereich der Websites herauslesen kannst

Aus der Selbstdarstellung des Anbieters kannst du bereits einiges herauslesen. Wurde Mühe und Sorgfalt in die Erstellung der Texte gesteckt? Fühlst du dich angesprochen? Ist der Text leicht verständlich und zielgruppengerecht aufgearbeitet? Wenn ja, dann scheint dem Anbieter wichtig zu sein, dass du ihn sympathisch findest und er sich mit den Bedürfnissen seiner Zielgruppe auseinandergesetzt hat.

Suche Freiwilligenarbeit AnbieterGibt es Informationen zur Arbeitsweise mit den Menschen vor Ort? Ist Nachhaltigkeit oder Umweltfreundlichkeit ein Thema für den Anbieter? Spricht dieser auch über das Thema Verantwortung – gegenüber seinen Volunteers, den Menschen vor Ort, der Natur oder anderen Aspekten? Überlege, ob dir diese Informationen ausreichen und ob du diese überzeugend findest. So verschaffst du dir einen ersten Eindruck darüber, wie wichtig diese Themen für den Anbieter sind.

Viele Aspekte, die auch die Nichtregierungsorganisation ‚Tourism Watch‘ als Indikator eines guten Anbieters nennt, können aus der Website herausgelesen werden. So zum Beispiel, ob der Anbieter Vorbereitungsseminare anbietet, ein erweitertes Führungszeugnis Voraussetzung zur Teilnahme ist und ob es verbindliche Verhaltensrichtlinien gibt.

Offene Fragen? Anbieter anrufen!

Erscheinen dir die Infos auf der Website zu wenig? Findest auf eine oder mehrere Fragen keine Antwort, so zögere nicht und rufe den Anbieter an. Ein guter Anbieter hat Mitarbeitende, die sich darauf freuen deine Fragen beantworten zu dürfen. Bei einem Telefongespräch zeigt sich schnell, wie ernst es deinem ausgewählten Anbieter mit dem nachhaltigen Image ist. Kann keiner deine Fragen beantworten, so sind die Themen Nachhaltigkeit und Verantwortung wohl eher nicht Teil des Selbstverständnisses des Unternehmens. Die Texte der Website sind somit lediglich als PR-Texte einzustufen.

Gefahr Greenwashing und die Aussagekräftigkeit von Qualitätssiegeln

Die Unternehmenswebsite vermittelt dir einen guten ersten Eindruck, ob und wie sich der Anbieter mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzt. Ob jedoch stimmt was dort steht, ist von außen betrachtet schwer zu beurteilen. Es besteht die Gefahr von Greenwashing, der bewussten Falschinformation oder auch Verschleierung zugunsten eines guten Images.

Suche Freiwilligenarbeit GreenwashingLaut einer Studie der Verbraucherinitiative aus dem Jahr 2014 setzen Reisende deshalb zunehmend auf Qualitätssiegel. Solche Gütesiegel werden von unabhängigen Dritten (z.B. ‚WYSE Work and Travel abroad’, ‚TOP Reiseveranstalter‘) erteilt. Sind solche Siegel vorhanden, werden diese in der Regel im ‚Über Uns‘ Bereich der jeweiligen Website kommuniziert.

Da es für Voluntourismus-Angebote aktuell jedoch weder allgemein anerkannte Qualitätsstandards noch eine Interessensvertretung gibt, ist die Aussagekräftigkeit von Siegeln in Frage zu stellen. Diese mögen Reiseveranstaltern gerecht werden, jedoch selten den besonderen Anforderungen der sozialen Freiwilligenarbeit. Dennoch deuten Siegel zumindest auf ein Engagement des Anbieters und dessen Bestreben nach Glaubwürdigkeit hin.

Suche Freiwilligenarbeit: Vorschlag zur Vorgehensweise

  • Lies dir die ‚Über-Uns‘ Bereiche der Websites genau durch und überlege dir, was du davon hältst und wie diese auf dich wirken
  • Notiere dir Fragen und kläre diese telefonisch
  • Lies Erfahrungsberichte (nicht nur auf der Website, sondern auch unabhängige)
  • Lies Bewertungen und suche online nach Kritiken

Auf diese Art und Weise erhältst du ein umfassendes Bild von deiner ausgewählten Organisation. Letztendlich entscheidest du allein, ob dir die Arbeitsweise und das Image in Bezug zu deinem ausgewählten Projekt zusagen.

Fotos © Gisela Wohlfahrt

Über die Autorin:

Gisela Wohlfahrt ist freiberufliche Trainerin für Politische Bildung und Beraterin für CSR Kommunikation. In den vergangenen sechs Jahren arbeitete sie für verschiedenen Organisationen in Deutschland und Asien mit Schwerpunkten in den Bereichen Kommunikation und Stärkung der Zivilgesellschaft. Zuletzt leitete sie die Redaktion und Soziale Verantwortung (CSR) eines deutschen Voluntourismus Reiseveranstalters. Gisela Wohlfahrt besitzt einen Masterabschluss in Global Studies mit regionalen Schwerpunkten auf Afrika und Asien, ist zertifizierte Politische Bildnerin und PR Referentin.

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Die Freiwilligentourismusindustrie im Wandel https://deepertravel.de/freiwilligenarbeit-kritik-waisenhaustourismus/ https://deepertravel.de/freiwilligenarbeit-kritik-waisenhaustourismus/#comments Thu, 23 Nov 2017 19:53:06 +0000 https://deepertravel.de/?p=4054 Der Beitrag Die Freiwilligentourismusindustrie im Wandel erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Ein Gastbeitrag von Sebastian Drobner

Der Globale Süden hat einen starken Zuwachs an Kinderheimen zu verzeichnen. Ein schlechter Trend. Dies ist nicht nur eine Folge der Unterstützung solcher Institutionen durch Missionierungsdienste und der Entwicklungszusammenarbeit, sondern auch ein Ergebnis des Trends, in Kinderheimen des Globalen Südens etwas Gutes tun zu wollen. Seit den Neunzigern setzt die mittlerweile 173 Milliarden schwere Freiwilligentourismusindustrie auf Projekte mit Kindern. Viele Reiseagenturen bieten ihren Kundinnen und Kunden den Einsatz in sozialen Projekten an, darunter sind Kinderheime besonders beliebt. Auf die Spitze trieb es kürzlich das Unternehmen Global Crossroad, das einen 15 jährigen Schüler in ein Krankenhaus in Ghana vermittelte, in dem er bei der Entbindung von Kindern helfen und Wunden verarzten durfte.

Das Geschäft mit dem Mitleid und der Armut

Freiwilligenarbeit Kritik KinderDie Jugendreiseindustrie wächst rasant, Individualreisen nehmen zu. Eine Auszeit nach dem Abitur erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Ein Trend dabei ist es, neben dem Reisen etwas Gutes tun zu wollen. Viele Menschen möchten sich außerdem mit besonderen Arten des Verreisens von der breiten Masse abheben. In Ländern wie Kambodscha arbeiten laut Star Kampuchea mehr als 50 Prozent aller Freiwilligen mit Kindern. Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich dabei Projekte in Kinderheimen.

Während man bei International Volunteer HQ in Argentinien schon ab $619 pro Woche dabei ist, muss man bei Projects Abroad für eine Thailandeise stolze $2,265 für sieben Tage Arbeit investieren. Der Flug ist nicht inbegriffen. Das besondere an diesen Reisen: Viele Agenturen machen es möglich, dass jeder vermittelt werden kann, unabhängig von Qualifikationen und Sprachkenntnissen. Einzige Voraussetzungen: Ein Mindestalter von 16 Jahren sowie etwas Interesse – schon wird man vom Studierenden oder Schüler zur Lehrerin oder zur Erzieherin.

Die Freiwilligentourismusindustrie im Wandel?

Während die Entwicklungszusammenarbeit die negativen Auswirkungen der Unterstützung von Kinderheimen längst erkannt hat, setzen die Tourismusindustrie und viele Missionierungsdienste weiterhin verstärkt auf Kinderheime.

Mal eben für zwei Wochen in kambodschanischen Heimen Englisch unterrichten oder in Thailand eine Woche Kinder in einem Waisenheim betreuen. Genau das ermöglicht auch die Freiwilligentourismusagentur Projects Abroad. Nun scheint aber langsam ein Umdenken stattzufinden. Denn Ende 2017 soll bei Projects Abroad Schluss sein mit der fehlgeleiteten Unterstützung von Kinderheimen. Mit dieser Entscheidung steht Projects Abroad nicht alleine da. Intrepid Travel und World Challenge haben in den letzten Monaten ähnliche Entscheidungen verkündet. Andere Firmen, wie z. B. Responsible Volunteering People and Places, Skilled Impact oder Wegweiser Freiwilligenarbeit setzten von Anfang an auf ein Geschäftsmodell ohne Kinderheime.

Warum wollen junge Menschen in Kinderheimen arbeiten?

Die Frage die wir uns stellen sollten: Wieso unterstützen wir Projekte im Globalen Süden, die bei uns seit Jahrzehnten in der Kritik stehen? In Deutschland litten In den Fünfziger und Sechziger Jahren Hunderttausende Kinder unter der Erziehung in Heimen. Es kam bereits zu einem gewaltigen medialen Aufschrei, die schwarze Vergangenheit ist gut dokumentiert. Die Aufarbeitung zeigt, dass Kinder in Heimen vermehrt dem Risiko von Erniedrigungen, Strafen und Missbrauch ausgesetzt sind. Die negativen Auswirkungen machen sich durch Angstzustände, Depressionen, mangelndem Selbstbewusstsein, Bindungsstörungen und der Beeinträchtigung der Entwicklung des Gehirns bemerkbar. Schon sechs Monate in einem Heim können langfristige Schäden verursachen. Außerdem wird bei einem Blick auf die Kinderrechtskonventionen der UN schnell deutlich, wie umfangreich die Rechte von Kindern in Heimen eingeschränkt werden. Daher ist die Unterbringung in deutschen Kinderheimen das letzte und ein sehr seltenes Mittel zur Hilfe bei der Erziehung. Wieso wiederholen wir also trotz dieser schmerzlichen Erkenntnisse unsere Fehler im Globalen Süden und zahlen dafür auch noch Geld?

Ein Grund ist das Marketing, mit dem Tourismusfirmen wie z. B. die TUI (über die Tochterfirmen i to i travel und Real Gap), aber auch Nichregierungsorganisationen, uns das Bild vermitteln,

  • dass im Globalen Süden alles anders ist,
  • dass jeder selber helfen kann, Menschen aus dem Globalen Süden vor Armut zu retten,
  • dass der Globale Norden überlegen ist
  • und dass Kinderheime im Globalen Süden zur Normalität gehören.

Die im Globalen Norden ohnehin schon vorherrschenden neokolonialistischen und postkolonialen Strukturen und Einstellungen werden durch defizit– und armutsorientiertes Marketing weiter genährt. Glauben wir den Kampagnen, so kann jeder helfen. Entweder durch einen längeren Freiwilligendienst oder auch nur an einem Tag, neben der Abenteuerreise. Dies führt dazu, dass wir im Globalen Norden falsche Vorstellungen von uns und unseren Fähigkeiten und dem Globalen Süden im Allgemeinen bekommen. Es entstehen „double standards“, durch welche Aktivitäten im Globalen Süden unterstützt werden, die bei uns in der Heimat unvorstellbar wären. Als Argument wird neben der Armut auch immer wieder auf Bildungslücken des Gastlandes verwiesen und wenig auf sich selbst geschaut. Außerdem ist die Unterbringung in Kinderheimen eine einfache, kurzfristige Lösung, die sich langfristig aber erwiesenermaßen negativ auswirkt.

Unsere Art des Verreisens und Helfens hinterfragen wir selten, denn die Arbeit mit bedürftigen Menschen sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich auch gut an.  Hinzu kommt, dass es gut für den Lebenslauf ist. Bei Google trifft man auf tausende Fundraising Kampagnen, in denen Verwandte, Bekannte, Freundinnen und Freunde aufgerufen werden, diese Art der Reise finanziell zu unterstützen. Vorurteile und postkoloniale Strukturen werden so nicht aufgelöst, sondern nur verstärkt.

Mit Hilfe dieser Denkmuster und Strukturen haben alleine International Volunteer HQ und Projects Abroad schon fast 200 000 Freiwillige in Entwicklungsprojekte versandt. Ein gutes Geschäft, die Nachfrage steigt.

Der grundsätzlich positive Trend, etwas Gutes tun zu wollen, wird durch Egoismus, Naivität, Vorurteile und Geschäftemacherei für die eigentlichen Zielgruppen zur Farce, denn nur die wenigsten Projekte sind nachhaltig.

Projects Abroad und das Ende von Einsätzen in Kinderheimen – Ein Ergebnis hervorragender Aufklärungsarbeit

Freiwilligenarbeit Kritik SchulungWährend Projects Abroad oder auch International Volunteer HQ bis heute die systematische Unterstützung von unethischen Heimen abstreiten oder als Einzelfälle deklarieren, berichteten etliche Dokumentationen, Organisationen und Freiwillige von negativen Erfahrungen und deren Auswirkungen. Der Wandel ist also auch ein Ergebnis hervorragender Arbeit etlicher Nichtregierungsinstitutionen sowie Journalistinnen und Journalisten. Einen tieferen Einblick in das Thema bietet zuerst eine Serie von Al Jazeera. Dokumentationen von Canal + France, dem ZDF sowie Kaliber folgten. Teilweise bezogen sich ihre Beiträge direkt auf Projects Abroad.

Fortan griffen etliche Organisationen das Thema auf, darunter die australische Kinderschutzorganisation ReThink Orphanages, mit der Projects Abroad fortan eng zusammenarbeiten wird.

Durch die gute Öffentlichkeitsarbeit vieler Organisationen ist das Thema endlich auch in der Politik angekommen. Das australische Parlament sowie amerikanische Regierungsinstitutionen beschäftigen sich seit 2017 verstärkt mit dem Thema Kinderheimtourismus. In Australien wird gegebenenfalls ein „Modern Slavery Act“ verabschiedet, der es verbieten soll, Kinderheime im Globalen Süden zu unterstützen. Denn viele Kinder werden gegen ihren Willen in Heimen untergebracht. Die Eltern werden aufgrund wirtschaftlicher Notlagen dazu gezwungen. Ihnen werden falsche Hoffnungen auf Bildungschancen und eine bessere Zukunft für ihre Kinder gemacht. Einige Heime wiederrum verkaufen diese Kinder weiter, sie werden z.B. zur Adoption freigegeben und deshalb als Waisen ausgegeben. Und das alles, obwohl sie noch Eltern haben. Damit lässt sich viel Geld verdienen. In vielen Ländern haben über 90 Prozent aller Kinder in Kinderheimen noch mindestens ein lebendes Elternteil. In Ländern des Globalen Südens werden Kinderheime immer wieder als Umschlagplatz für den Handel mit Kindern genutzt, im schlimmsten Fall werden sie vor Ort verkauft.  Zudem kommt es in Heimen immer wieder zu Misshandlungen. Aufgrund dieser skandalösen Verhältnisse versuchen verstärkt auch lokale Regierungen illegale oder korrupte Kinderheime zu schließen. Nichtsdestotrotz unterstützen viele Freiwilligentourismusunternehmen bis heute solche Projekte.

Was läuft schief in der Freiwilligentourismusindustrie – Ein Beispiel aus Kambodscha

Kindesmisshandlungen wurden seit 2000 regelmäßig in kambodschanischen Kinderheimen aufgedeckt,  hierzu finden sich etliche Berichte im Internet. Die Firmen und lokale Geschäftemacherinnen und Geschäftemacher machen sich Gesetzeslücken, Hürden für Klagen und schwache staatliche Strukturen zu Eigen. Schwierigen Rahmenbedingungen im Globalen Süden führen dazu, dass schlechte und illegale Kinderheime ungestört ihrer Arbeit nachkommen können. Im Internet findet man etliche Berichte ehemaliger Freiwillige, die ihr eigenes Kinderheim eröffnet haben oder O­­­­rtsansässigen dabei halfen.

Projects Abroad – der steinige Weg weg von Kinderheimen

Freiwilligenarbeit Kritik AustauschEs war im Jahr 2011, als ich selber Zeuge der profitorientierten Ausrichtung der Freiwilligentourismus-Firmen wurde. Ich meldete der Firma Projects Abroad Vorfälle von Kindesmisshandlung und Betrug in einem ihrer Einsatzplätze: Einem Kinderheim, das von einem amerikanischen Freiwilligen einer anderen Firma aufgebaut wurde. Der Freiwillige wandte sich aus Verzweiflung an mich. Projects Abroad sah zu diesem Zeitpunkt keine Notwendigkeit einzuschreiten. Es war Teil ihrer Firmenstrategie, sich nicht in interne Angelegenheiten der Partnerorganisationen einzumischen (und zugleich ein probates Mittel, keine Verantwortung für Missstände übernehmen zu müssen). Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass es den Kindern ohne Freiwillige noch schlechter gehen würde. Dies wurde später von der Firmenzentrale öffentlich wiederholt. Meiner Meinung nach ist dies eine fragwürdige Erklärung dafür, warum Kinder der Gefahr von Misshandlungen ausgesetzt werden. 2013 behauptete Projects Abroad noch öffentlich, dass die zunehmende Anzahl an Kinderheimen und psychischer Erkrankungen nichts mit dem Einsatz von Freiwilligen in Kinderheimen zu tun hätte. UNICEF erkannte bereits 2011 genau das Gegenteil.

Bereits 2012, später noch einmal 2013, verkündete Projects Abroad das Ende von Freiwilligenarbeit in kambodschanischen Kinderheimen. Nichtsdestotrotz arbeitet die Firma bis heute mit etlichen zusammen. Kindesmisshandlungen in Einsatzplätzen waren auch nach den Ankündigungen kein Einzelfall. 2013 wurde der Direktor des Projects Abroad Einsatzplatzes Angkor Orphan and Education Organization wegen Kindesmisshandlung angeklagt. Zur gleichen Zeit wurde ein Amerikaner wegen der Misshandlung von fünf Kindern zur Rechenschaft gezogen. Der Amerikaner leitete ein Heim, mit dem Projects Abroad zusammenarbeitete. 2015 wurde ein anderes Projects-Abroad-Heim wegen Kindesmisshandlung geschlossen. Der Projects-Abroad-Einsatzplatz bei Jeannine’s Children Association hat schon seit 2003 Erfahrungen mit Missbrauch in Heimen gesammelt. Das Heim nahm Kinder auf, die in einem anderen Heim systematisch missbraucht wurden. Ebenso stand 2016 der Einsatzplatz National Borei for Infants and Children, ein Heim für schwerbehinderte Kinder, wegen fragwürdiger Adoptionspraktiken in der Kritik. In dem selben Jahr wurde das Auswahlverfahren von den eigenen Freiwilligen heftig kritisiert, denn entgegen der Webseite arbeiteten auch junge Frauen und Männer ohne Vorerfahrungen mit beeinträchtigten Kindern.

Projects Abroad – eine trauriger Einzelfall?

Ist Projects Abroad bezüglich der Arbeit mit Kinderheimen eine negative Ausnahme gewesen? Leider nicht. Am Beispiel Kambodscha ist zu beobachten, dass andere große Firmen Freiwillige in dieselben unseriösen Heimen vermittelt hatten. Da die Nachfrage nach der Arbeit in Heimen stieg, wird bis heute nicht ausreichend auf die Qualität der Projekte geschaut. Folglich entstehen in Ländern wie Kambodscha, Nepal, Haiti, Ghana, Kenya oder Uganda immer mehr Kinderheime. Verbindliche Standards gibt es bislang nicht. Um die Nachfrage decken zu können, fand lange Zeit ein Wettlauf der größten Firmen, darunter insbesondere International Volunteer HQ und Projects Abroad, um die Einsatzplätze in Heimen statt.

Daher verwundert es, dass fast ausschließlich Projects Abroad von den Nichtregierungsorganisationen und Journalistinnen und Journalisten als Negativbeispiel aufgegriffen wurde. Denn viele andere Firmen stehen dem Unternehmen in nichts nach. Viele Agenturen denken bis heute nicht daran, wenigstens teilweise auf Einsatzplätze in Kinderheimen zu verzichten. So kann es tatsächlich sein, dass die Firma, die lange im Mittelpunkt internationaler Kritik an Freiwilligendiensten stand, ab 2018 zum Vorreiter für eine nachhaltigere Freiwilligenarbeit wird. Dazu bedarf es aber etwas mehr, als des Verzichts auf Einsatzplätze in Kinderheimen. Trotz dessen muss man Projects Abroad zu dem ersten Schritt gratulieren, denn er läutet wahrscheinlich einen Wandel ein.

Ausblick in die Zukunft

Solange Firmen Geld mit der Arbeit in Kinderheimen verdienen können und sich damit nicht strafbar machen, wird es auch weiterhin Agenturen geben, die diese Art von Projekten anbieten. Forderungen nach einem staatlich geförderten Gütesiegel, das den Freiwilligentourismusmarkt reguliert, werden in naher Zukunft nicht umgesetzt werden können. Dafür ist das Interesse der Politik an dem Thema zu gering und rechtliche Moeglichkeiten nicht vorhanden. Einige wenige Länder werden in den kommenden jahren alleine vorpreschen. Die Qualität von Freiwilligendiensten wird sich aber auch ohne staatliche Eingriffe weiter verbessern. Denn die Diskussion um den wirklichen Nutzen von Freiwilligendiensten ist durch Projects Abroads mutige Entscheidung, die Arbeit in Kinderheimen einzustellen, weiter in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Der Entscheidung von Projects Abroad werden weitere Agenturen folgen und Kinderheime nicht mehr für ihre Kundinnen und Kunden anbieten. Andere Firmen wiederum werden die Plätze dieser Agenturen einnehmen. Das macht aber nichts, denn langfristig wird die Nachfrage nach dieser Art von Einsatzplätzen abnehmen, weil Gutes tun soll auch weiterhin gut aussehen. Dank der öffentlichen Diskussion um den Nutzen von Einsätzen in Heimen sind diese Reisen aber zunehmend negativ behaftet. Des Weiteren werden Wissenslücken durch internationale Bildungskampagnen weiter geschlossen werden und an öffentlichem Interesse gewinnen. Die Diskussion über nachhaltige Freiwilligenarbeit hat gerade erst begonnen!

Projekte in Kinderheimen – Ein Alleinstellungsmerkmal für schlechte Firmen?

Nein, es gibt noch viele andere Kriterien, auf die Freiwillige achten müssen, um nachhaltig eingesetzt zu werden. Weitere Kriterien, die unseriöse Anbieterinnen und Anbieter kennzeichnen, sind:

  • zeitlich flexible Projektstarts,
  • fehlende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner,
  • armutsorientiertes Marketing,
  • Möglichkeiten, Programme zu kombinieren,
  • verstärkte Ausrichtung auf die Freiwillige sowie fehlende Zusammenarbeit mit den lokalen Organisationen,
  • kurze Vorbereitungszeiten,
  • ein einfaches Bewerbungsverfahren,
  • Projektdaten, die erst kurz vor der Ankunft bekannt gegeben werden,
  • geringer persönlicher Kontakt zu der Firma und
  • wenn keine Vorkenntnisse verlangt werden

Neben DeeperTravel und Responsible Volunteering setzen sich auch einige andere Organisationen mit dem Thema der nachhaltigen Freiwilligenarbeit auseinander. Einige von ihnen sind:

Fotos ©  Friends International & Sebastian Drobner

Über den Autor:

Sebastian Drobner ist Co-Founder von Responsible Volunteering und hat auf den Salomonen sowie in Kambodscha fünf Jahre Erfahrungen mit Freiwilliligenprogrammen sammeln können. Er war für die Entwicklung und Betreuung des staatlich geförderten Freiwilligenprogramms von Brot für die Welt in Kambodscha zuständig, wo er auch die Begleitung von Freiwilligen anderer deutscher Nichtregierungsorganisationen übernahm. Zudem beriet er ein kommerzielles Freiwilligenprogramm einer Menschenrechtsorganisation, über das er Einblicke in die Arbeit von über 15 Freiwilligentourismusfirmen gewinnen konnte. Sebastian ist gelernter Hotelfachmann und studiert heute im achten Semester Internationale Arbeit und Entwicklung.

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Sicherheit und Verhalten bei einem Notfall im Ausland https://deepertravel.de/notfall-im-ausland/ https://deepertravel.de/notfall-im-ausland/#respond Mon, 13 Nov 2017 17:29:37 +0000 https://deepertravel.de/?p=4038 Der Beitrag Sicherheit und Verhalten bei einem Notfall im Ausland erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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Ein Notfall im Ausland bedeutet für viele Menschen ein Worst-Case Szenario. Lange hat man sich auf die Reise, den Freiwilligeneinsatz oder den Urlaub gefreut, und dann geht etwas schief… Natürlich kann auch zuhause viel passieren und zu viel Angst lähmt nur, dennoch kann man mit ein paar Vorkehrungen und dem ‚richtigen’ Verhalten vielleicht Schlimmeres verhindern. Ein Richtig oder Falsch gibt’s hier natürlich nicht – wir haben euch trotzdem ein paar Anregungen zusammengestellt und hoffen, dass ihr sie niemals braucht.

Also los geht’s mit den Worst-Case Szenarien.

1) Ein gesundheitlicher Notfall im Ausland

Angst oder zumindest Respekt vor einem gesundheitlichen Notfall im Ausland erleben wir oft. Oft lauten die ersten Fragen zur Reisevorbereitung, welche Reiseversicherungen, Impfungen, Reiseapotheke etc. benötigt werden. In diesem Blogpost haben wir euch wichtige Punkte zur Reisevorbereitung zusammengefasst. Jede und jeder Reisende muss selbst abschätzen, wo der goldene Mittelweg zwischen zu viel und zu wenig Vorsorge liegt, die Entscheidung ist sehr individuell.

Was kann man also tun, wenn der Notfall im Ausland eintritt:

Unfall oder Verletzung

Auslandskrankenversicherung Krankenhaus Managua

Zimmer in einem Privatkrankenhaus in Managua

Wenn die Verletzung schwerwiegend ist, sollte der erste Weg zu einem lokalen Arzt oder ins Krankenhaus führen, um die Versicherung und Finanzielles kann man sich auch später kümmern. Bei schlimmen Verletzungen, die eine Operation erfordern, steht die Entscheidung an, diese entweder in der Ferne oder zuhause durchführen zu lassen. Dabei sollte man auf den Rat der ÄrztInnen, FreundInnen und Familie sowie auf das Bauchgefühl hören. Ein weiter Transport ist oftmals für die Verletzung nicht das Beste, andererseits fühlt man sich vielleicht gerade in dieser Situation „zuhause“ am wohlsten. Das hängt alles vom Grad der Verletzung, vom Ort, an dem der Unfall passiert ist und natürlich auch ein wenig von der Versicherung ab. Über unsere eigenen Erfahrungen berichten wir in diesem Blogpost. Manche Unfall- oder Reiseversicherungen bezahlen nur den Heimtransport oder nur die Behandlung im Ausland. Bei Unfällen mit Fremdverschuldung sollte man nicht vergessen, eine Anzeige zu erstatten.

Krankheit im Ausland

Der Zeitpunkt, an dem man zur ÄrztIn oder ins Krankenhaus geht, sollte gleich wie zuhause sein. Wer im Heimatland nach zwei Tagen Bauchschmerzen nicht zur ÄrztIn geht, braucht das auf Reisen auch nicht zu tun. Mehrere Tage Fieber, Dehydrierung, noch nie zuvor gesehene Hautausschläge oder gar hochgiftige Insektenstiche sollten jedoch so schnell wie möglich vom Profi behandelt werden. Bei manchen tropischen Krankheiten zählt jede Stunde! Ob mit oder ohne (Reise-) Versicherung, wenn man der lokalen Sprache nicht mächtig ist, stellen private, teilweise internationalen Ketten angehörige Krankenhäuser oft die einzige Option dar. Die Behandlung wird meist sofort in Rechnung gestellt, den Betrag kann man von der Versicherung (sofern abgedeckt) im Nachhinein zurückfordern.

Was kann man bei materiellen ‚Notfällen’ im Ausland tun?

Weitere Notfälle, die eintreten können, sind oft materieller Art. Es gilt, Ruhe zu bewahren und sich zu überlegen, ob es sich wirklich um einen ‚Notfall’ handelt oder, ob die Sache bei genauerer Betrachtung gar nicht so schlimm ist. Im digitalen Zeitalter wiegt beispielsweise ein Diebstahl eines elektronischen Geräts nicht so schwer, wie die möglicherweise verloren gegangenen Daten. Also backup, backup, backup! Das kann eine vermeintliche Katastrophe in eine kleine Unannehmlichkeit verwandeln.

Tasche packen2) Diebstahl oder Verlust von elektronischen Geräten

Im Grunde sind unterwegs die selben Maßnahmen zu ergreifen, die man auch zuhause tätigen würde. Wenn elektronische Geräte abhanden kommen, hängt der nächste Schritt davon ab, ob und wie das Gerät gegen fremde Zugriffe geschützt ist. Wichtig ist ein Passwortschutz an den Geräten, evtl. eine GPS-Suchfunktion, ein regelmäßiges backup der Daten und ein sicherer Aufenthaltsort für diverse Passwörter und Zugriffsdaten. Mit einer zusätzlichen Diebstahlversicherung erhält man den aktuellen Wert des Gerätes zurückerstattet. Wenn das Telefon oder der Computer nicht passwortgeschützt sind, sollte man schnell handeln und sämtliche Passwörter ändern.

3) Diebstahl oder Verlust der Bankkarte

Kredit- und Bankkarten können relativ unkompliziert bei der Bank gesperrt werden und ein Notfallgroschen kann via eines Geldtransfer-Anbieters gesendet werden. Wenn die Notfall-Nummer der Bank bereits im Telefonbuch gespeichert ist, spart man sich hektisches Suchen. Generell braucht keine Panik aufzukommen, wenn die Kreditkarte verschwunden ist. Mittlerweile müsste man ein echter Profi sein, um mit einer gestohlenen Kreditkarte etwas anzufangen. Wir erleben oft genug, gerade bei selbst veranlassten Transaktionen im Ausland, wie oft wir uns ‚verifizieren‘ müssen. Natürlich ist es hilfreich, wenn man für die Weiterreise eine zweite Kreditkarte oder Bankkarte zur Verfügung hat. Dies gilt umso mehr, wenn man alleine reist. Je nach Bank kann man sich möglicherweise eine neue Karte ins Ausland schicken lassen. Idealerweise informiert man sich aber vor der Abreise bei der Hausbank, welche Möglichkeiten man im Notfall hat.

4) Diebstahl oder Verlust des Reisedokumentes

Visum Volunteering ReisevorbereitungDas ist wirklich eines der Worst-Case Szenarien im materiellen Bereich. Der Hut brennt, wenn der Reisepass verschwindet. Der erste Weg sollte dann zu einer Botschaft oder einem Konsulat führen, wo man sich einen Ersatzpass ausstellen lassen kann. Ohne gültiges Reisedokument kann man bei Polizeikontrollen in vielen Ländern große Probleme bekommen. Weiters kann auch das Einchecken in Hotels problematisch sein und eine Ausreise ist meist gar nicht möglich. Sprich: Das wichtigste Reiseutensil ist der Reisepass!

ACHTUNG: Wenn ein Diebstahl geschehen ist, empfehlen wir, diesen bei der nächsten Polizeistation zur Anzeige zu bringen, da die meisten Versicherungen/Ämter die Anzeigebestätigung verlangen!

5) Probleme mit der Polizei

Zu schnell gefahren oder einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort – schnell kann es zu Problemen mit der Polizei kommen. Egal, ob man sich ungerecht behandelt fühlt oder sich ärgert, es gilt Ruhe und Fassung zu bewahren. Dieses Gesetz gilt global im Umgang mit Uniformierten. Man unterliegt als Reisende der Gesetzgebung der Destination, nicht des Heimatlandes. D.h., was zuhause straffrei sein mag, kann in manchen Ländern hohe Strafen nach sich ziehen. Der Level an Korruption ist global ebenfalls sehr unterschiedlich. Während in manchen Ländern ein kleines Schmiergeld Wunder bewirkt, könnte es in anderen Ländern fatale Folgen haben. Auf jeden Fall sollte man NIEMALS von sich aus Schmiergeld anbieten. Wenn aber von den BeamtInnen eine Summe genannt wird, muss man sich individuell überlegen, ob man gewillt ist, diese „Gebühr“ zu bezahlen, um seine Freiheit wiederzuerlangen. Wichtig ist zu bedenken, dass man mit jedem bezahlten Schmiergeld ein korruptes System unterstützt. Viele PolizistInnen nutzen diese Gebühren als Einnahmequellen, da die offizielle Bezahlung oft sehr schlecht ist. Wie man reagiert, sollte der Situation angemessen sein und wenn alle Stricke reißen, gilt es so schnell wie möglich die Auslandsvertretung und eine Kontaktperson im Land oder zuhause über die Situation zu informieren.

6) Überfall oder Raub

Gefahr Notfall im AuslandEgal ob man mit oder ohne Waffe bedroht wird – der Schutz von Leib und Leben geht immer vor! Wenn die Wertgegenstände eingefordert werden, gibt man am besten alles her was man hat und bringt sich so nicht weiter in Gefahr. Bei Raubüberfällen gilt es ruhig zu bleiben und den Anweisungen der Kriminellen Folge zu leisten. In wirklich brenzligen Situationen (Vergewaltigung, Entführung oder Ähnliches) ist jedoch lautstark um Hilfe zu rufen und sich so gut wie möglich zur Wehr zu setzen vielleicht die einzige Möglichkeit. Es gibt auch Alarmsysteme, oder Waffen wie Pfefferspray, etc., die man mit sich tragen kann – ob man sich damit wohl fühlt, ist wieder eine sehr individuelle Sache. Sich das Gesicht, Kleidung und Körperbau der TäterIn einzuprägen, macht auf jeden Fall Sinn, damit man bei einer Anzeige eine Personenbeschreibung abgeben kann.

7) Betrug

Auch die erfahrenste Reisende ist nicht davor geschützt, abgezockt oder betrogen zu werden. Online-Reiseportale können vermeintliche Schnäppchen mit versteckten Kosten zum teuren Spaß mutieren lassen, TaxifahrerInnen können in die falsche Gegend fahren und am Ende horrende Summen verlangen. In Geschäften kann man gefälschte oder defekte Ware kaufen und auf Restaurantrechnungen können nicht konsumierte Getränke und Speisen aufscheinen. Dies geschieht auf der ganzen Welt, manchmal mit Absicht, manchmal aus Versehen. Man tritt mit der DienstleisterIn in ein Geschäftsverhältnis und hat natürlich die Möglichkeit, als KundIn seinen Unmut kund zu tun. Mit digitalen Kommunikationsmitteln kann man sich schützen: Beispielsweise weiß man vor Fahrtantritt, in welcher Richtung das Ziel liegt oder wie der Wechselkurs steht. Bei Gefahr kann man schnell ein Taxi oder die Polizei rufen. Man kann Bewertungen auf diversen Plattformen hinterlassen, reklamieren und andere Reisende informieren. Aber bedenkt, gefühlt überhöhte Preise stellen KEINEN Betrug dar. Übertriebenes Feilschen ist nicht nur unsympathisch, sondern auch meist unnötig.

Zum Abschluss geben wir euch noch ein paar Life Hacks für Notfälle mit auf den Weg

  • Pass, Kreditkarten, Bankkarten, Impfpass, Buchungsbestätigungen und die wichtigsten Dokumente einscannen und in einer Cloud speichern
  • Passwörter, Zugangsdaten, Kontaktdaten etc. ebenfalls in einer Cloud speichern (verschlüsseln nicht vergessen)
  • Regelmäßiges backup der Daten auf den elektronischen Geräten oder generell nur in der Cloud speichern
  • Notfallnummern der Destination (Rettung, Polizei, Feuerwehr, Assistance der Versicherung, etc.) im Telefon einspeichern
  • GPS-Suchfunktion der elektronischen Geräte aktivieren
  • FreundInnen und Familie regelmäßig darüber informieren, wo man sich befindet und was man vorhat
  • Lokale Simkarte oder Roaming – genug Datenguthaben um sich lokalisieren zu lassen

So, nun reicht es mit den Worst-Case Szenarien und möglichen Notfällen im Ausland. Wir hoffen sehr, dass ihr niemals einen der Tipps brauchen werdet. Haben wir ein Szenario vergessen? Ist euch schon einmal etwas schlimmes im Ausland passiert? Rein damit in die Kommentare!

tiefer…länger…nachhaltiger

 

 

 

Der Beitrag Sicherheit und Verhalten bei einem Notfall im Ausland erschien zuerst auf Deepertravel - Volunteer Reise.

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