Wir stellen vor: 7 Fragen an Aufwind Peru

Als Volunteer Peru entdecken?

Ende Juli waren wir in Graz bei Aufwind Peru eingeladen. Nach einem Impulsvortrag zum Thema Voluntourismus führten wir mit Vereinsmitgliedern und ehemaligen Volunteers unseren Workshop ‚Nur mal kurz die Welt retten‘ durch.
Aufwind Peru ist ein entwicklungspolitischer Verein, der sich in Huaraz (Peru) für einen nachhaltigen Englischunterricht engagiert und Freiwillige für mindestens zweimonatige Einsätze entsendet.

Wir haben die Obfrau des Vereins Angelika bei einem der 1zu1 Vernetzungstreffen (Entwicklung vernetzen – Vernetzung entwickeln) kennengelernt und bedanken uns herzlich für das Interview.

 

1) Was ist Aufwind Peru und was macht ihr genau?

Volunteer PeruAufwind Peru ist ein Verein, der sich im entwicklungspolitischen Bildungssektor positioniert. Basierend auf dem Art. 26, dem Recht auf Bildung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dürfen wir als Verein mit unserer Arbeit seit 2008 in Huaraz an mittlerweile 2 Schulen den Englischunterricht mitgestalten. Unser LehrerInnenteam in Peru arbeitet gemeinsam mit den ehrenamtlichen österreichischen VolontärInnen an einem nachhaltigen Sprachunterricht, um das Repertoire der Lebens- und Arbeitsperspektiven der SchülerInnen zu erweitern. Die persönliche Entwicklung aller Beteiligten und deren Partizipation stehen für uns an erster Stelle. Nach dem Ansatz des reziproken Empowerments sehen wir uns als Bildungsverein verpflichtet, stets in einer kritischen Auseinandersetzung mit der Situation vor Ort zu sein. Konkret heißt das für die Arbeit des Vereins, dass der gegenseitige Austausch mit dem LehrerInnenteam zu fördern ist, um gemeinsam jene sinnvollen Ziele zu setzen und den größtmöglichen Erfolg garantieren zu können. Dabei achten wir darauf, die vorhandenen Ressourcen zum Wohle aller AkteurInnen respektvoll zu nutzen aber auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

 

2) Wie finanziert ihr euch?

Volunteer PeruDer Verein Aufwind finanziert sich durch Spendengelder, hauptsächlich durch Fundraising in Österreich, respektive werden auch immer wieder Fundraisingevents in Huaraz organisiert. Von 2016 bis 2018 werden wir durch eine Förderung des Landes Steiermark unterstützt und können so vertieft an unseren Vereinszielen arbeiten. Alle MitarbeiterInnen in Österreich arbeiten ehrenamtlich.

 

 

3) Was bietet ihr für angehende Volunteer Reisende?

Volunteer PeruWer sich für ein Volontariat bei Aufwind entscheidet (mind. 2 Monate), hat die Möglichkeit sich mit ihren/seinen Stärken und Kompetenzen in unsere Tätigkeiten vor Ort, aber auch in die Vereinsarbeit hier in Österreich einzubringen und diese mitzugestalten. In einem Auswahlgespräch wird herausgefunden, ob wir als Organisation für die Person passen und vice versa. Unsere Freiwilligen werden an zwei Vorbereitungsabenden bzw. durch die Teilnahme an möglichst vielen Teamtreffen vorab intensiv auf ihren Aufenthalt vorbereitet. Vor Ort arbeiten die Volunteers mit unseren LehrerInnen zusammen und werden durch unser Volunteerteam betreut (Skypemeetings, Whatsapp, Facebook und E-Mail). Die Unterkunft bei unserer ‚Mamá Julia‘, sowie alle benötigten Materialien für den Unterricht werden vom Verein gestellt, für alle anderen Ausgaben kommen die Freiwilligen selbst auf.
Nach dem Aufenthalt findet ein Reflexionstreffen statt, als Basis für das Gespräch dient der Abschlussbericht der Freiwilligen. Im Idealfall engagieren sich die Volunteers auch weiterhin in unserem Verein.

 

4)  Wie zielführend erachtet ihr kurze Volunteer Aufenthalte unter 4 Wochen?

Volunteer PeruWir als Verein haben für unsere Tätigkeit entschieden, dass sich ein Aufenthalt unter zwei Monaten weder für die Freiwilligen noch für unsere PartnerInnen vor Ort rentiert, denn sonst bleibt den Volunteers mit An- und Abreise kaum noch Zeit für ihre Arbeit. Durch die klimatischen Bedingungen (das Projekt liegt auf ca. 3300m Seehöhe) braucht der Körper einige Zeit um sich daran zu gewöhnen. Darüber hinaus ist die Arbeit mit Menschen immer auch Beziehungsarbeit und diese benötigt Zeit. Wir durften bereits einige Male die Erfahrung machen, dass Volunteers über einen längeren Zeitraum bei uns mitarbeiteten und konnten die positiven Auswirkungen miterleben.

 

5) Wie unterstützt ihr die Menschen in Peru?

Volunteer PeruDurch intensiven Austausch mit dem lokalen Team und den Menschen in Peru, erhalten wir einen Einblick in die Bedürfnisse vor Ort. Wir unterstützen die Kinder einerseits mit unserem Know How, mit gut ausgebildeten Lehrenden, gezielten Inhalten sowie mit Materialien zur Gestaltung der Unterrichtseinheiten.

 

 

 

 

6) Was bedeutet für euch ‚tieferes Reisen’?

Volunteer PeruEin tieferes Reisen beinhaltet immer eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Volunteer. Welchen Impact habe ich mit meiner Arbeit? Welche Verantwortung trage ich? Welches Bild vermittle ich als BürgerIn des globalen Westens/als WeltbürgerIn?
Ein tieferes Reisen bedeutet darüber hinaus die eigene „Brille“, mit der das Arbeitsfeld betrachtet wird, kritisch zu hinterfragen, sich zu öffnen für das was kommt und im optimalen Fall werturteilsfrei die „neue“ oft „andere“ Kultur zu genießen und von dieser zu lernen.
Ziel des tieferes Reisens sollte der Weg, weg von einem konsumierenden Tourismus, hin zu längeren Kontakten mit der lokalen Bevölkerung sein. Natürlich entsteht dabei auch die Verantwortung für diese Beziehungen. Bei dieser Art des Reisens, ist die Sprache der Schlüssel zur Kultur.

 

7) Was habt ihr in Zukunft vor?

Volunteer PeruAls ehrenamtlicher Verein ist es für uns von Bedeutung, unsere Arbeit stets zu professionalisieren, zu reflektieren und von anderen Organisationen im entwicklungspolitischen Feld zu lernen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Stärkung der Strukturen vor Ort und dem Ausbau der Kommunikation. Denn nur so kann für uns ein gegenseitiges Lernen im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit stattfinden.

 

Weitere Infos unter www.aufwindperu.com

Fotos © Aufwind Peru

 

tiefer…länger…nachhaltiger

Von |2018-11-20T01:42:07+00:0011/08/2016|

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